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 Willkommen » Kultur » Interview Phillip Bückle: "Mal schauen, was kommt"


"Mal schauen, was kommt"


 

Von Herzen ein Dortmunder. Berlin
kommt für Philipp nicht in Frage. 

(InDOpendent) Wird in Dortmund Elektro aufgelegt hat Phillip Bückle seine Hände im Spiel. Seit 8 Jahren spielt, singt und produziert der 27-Jährige in verschiedenen Bands, legt auf und organisiert Konzerte. Als "Teamforest" bringt er demnächst sein erstes Album heraus. Ein Interview mit dem Dortmunder Musiker.

 

Wie würdest du deine Musik beschreiben? Womit würdest du sie vergleichen?

Das geht nicht. Sehr schwierig. Ruhige, elektronische Musik. Sie ist eher melodisch und entspannt. Vieles ist aber auch handgemacht. Ich spiele Gitarre, versuche auch zu singen.

 

Woher nimmst du die Ideen für deine Musik?

Entweder gibt es Gefühle oder Stimmungen, die man umsetzt oder umsetzen will. Dann gibt es aber auch die wunderschöne reine Inspiration durch andere Kunst. Manchmal können einen auch Menschen inspirieren...

 

Von welchen Bands ist deine Musik beeinflusst?

Eigentlich ist die eigene Musik meist die Summe der Musik, die man selber hört. Und da höre ich sehr viel. Es gibt so gut wie keine Musik, die ich nicht gut finde. Jede Platte hinterlässt ja eine Spur im Gedächtnis. Irgendwie spielt das alles mit in meine Musik, auch wenn es vielleicht nicht so offensichtlich zu hören ist. Am umfassendsten haben mich wohl die Leute in Leeds beeinflusst: Hood, Boyracer, Remote Viewer, Empress, Famous Boyfriend!

 

Wie kann man sich die Arbeit an einer Platte vorstellen?

Meist arbeite ich alleine an den Sachen. Dann klimpere ich irgendwie herum und wenn mir was gefällt, nehme ich das dann auf. Dann noch ein, zwei andere Melodiespuren dazu, einen Beat gebastelt, einen Text geschrieben und gesungen, dann fertig arrangieren und abmischen und fertig ist der neue "teamforest-Song"! Ein Vorgang, der nur leider mehrere Monate dauern kann.

 

Wann hast du angefangen, elektronische Musik zu machen?

Ende der 90er. An einem Abend hat ein Bekannter einen elektronischen Abend gemacht und mich gefragt, ob ich ein Set spielen könnte. Aber da hatte ich noch nie elektronische Musik in dem Sinne gemacht. Vier Tage vor dem Konzert hab ich überhaupt erst so ein Programm für meinen Computer bekommen. So hat das angefangen, eigentlich nur, weil ich gefragt wurde und ich mich wohl oder übel damit beschäftigen musste.

 

Vor deinem Album hast du schon vier Singles heraus gebracht. Wie funktionierte das mit der Veröffentlichung?

Mundpropaganda. Bei meiner bislang wichtigsten Platte bekam ich einen Anruf von Thomas Morr von "Morr Music", der sagte: Deine Sachen sollen so gut sein. Schick sie mir mal. Drei Monate später kam dann die Platte raus.

 

Eine Elektro-Szene gibt es in Köln oder Berlin. Was hält dich in Dortmund?

Hmmm. Ich kenne beide Städte sehr gut und bin auch relativ häufig da. Nur leben möchte ich da einfach nicht. Außerdem muss es ja nicht gut sein in einer Szene zu leben. In Berlin macht jeder elektronische Musik. Nach kurzer Instrumentalität singen jetzt auch wieder alle und benutzen Gitarren und so. In Dortmund benutzt noch nicht mal jemand elektronische Elemente. Da steht man dann mit seinen Vorhaben immer relativ alleine da. Das Schöne ist aber, dass es wesentlich kreativer macht in einem Ödland zu wohnen, als in einem Eldorado.

 

Kannst du vom Musikmachen leben?

Ich werde zwar noch von meinen Eltern unterstützt, aber wenn sie das nicht tun würden, könnte ich gerade eben davon leben.

 

Du studiertest ja nebenbei auch noch Jura. Warum machst du das denn überhaupt noch?

Erst habe ich Literatur und Anglistik studiert und hab das abgebrochen, weil ich nicht wirklich das Gefühl hatte, was zu lernen. Eine Zeit lang hab ich nichts außer Musik gemacht. Das wurde mir aber schnell langweilig. Ich wollte noch 'nen Abschluss haben und hab dann das genommen, was mir zu dem Zeitpunkt am wenigsten gelegen hat. Und das war halt Jura.

 

Am wenigsten gelegen? Warum?

Die Sachen, die ich zu Anfang meiner Studienkarriere lieber gemacht hätte, da war der NC zu hoch. Dann hab ich mir im zweiten Anlauf was gesucht, was abstrakt ist. Ein Freund von mir studiert Jura, weil andere sagen: "Das passt bei dir gar nicht". Also hab ich das irgendwie auch so gemacht.

 

Soll das der Widerspruch zu deinem Künstlerleben sein?

Ja, genau. Damit ich in meinem Leben einen Reibungspunkt, einen Kontrastpunkt habe.

 

Du legst ja unter anderem im Sissikingkong auf. Wie kam es dazu?

Das ist irgendwie so gekommen. Man hat ja viele Platten, und dann hab ich einfach in einer Kneipe gefragt, ob ich da mal auflegen kann. Daraus ist dann so Tanzkram entstanden.

 

Warst du schon mal in einem Club, wo deine eigene Musik aufgelegt wurde?

Manchmal hört man davon, dass in Berlin in irgendeiner Kneipe was von mir gelaufen ist oder aber ein DJ etwas am Anfang vom Set gespielt hat. Aber mir selber ist das noch nicht passiert.

 

Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Ich werde einfach mal schauen, was sich so ergibt und was kommt. Das hab ich immer so gemacht und das werde ich auch noch ein paar Jahre machen, so lange ich genügend Geld verdiene für die Miete.

 

Interview: Maike Freund

 

FOTO: Promo

 

 




 
   

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