| BVB verkauft Stadionnamen | |||||
An die Tatsache, dass die Dortmunder Borussia wegen ihrer desolaten Finanzlage längst zur Lachnummer Deutschlands geworden ist, haben sich Fans und Verantwortliche längst gewöhnt. So unkte ARD-Lästermaul Harald Schmidt unlängst in Anlehnung an die finanzielle Situation der Bundesrepublik: "Wir sind pleite! Ich habe morgen früh einen Drehtermin für einen Werbespot. Neues Motto: Wir sind BVB!"
Nicht nur Christian Wörns, Mannschaftskapitän der klammen Borussen, ahnte vor zwei Wochen in einem Interview: "Ich wusste, dass der Verkauf der Namensrechte am Westfalenstadion irgendwann passieren wird." Der Verein sei auf jeden Cent zusätzlicher Einnahmen angewiesen, wiederholte BVB-Geschäftsführer Josef Schneck gebetsmühlenartig.
Nun steht fest: Am 1. Dezember ist der altehrwürdige Name Westfalenstadion passé. Für bis zu fünf Millionen Euro jährlich (inklusive erfolgsabhängiger Prämien) verkauft der Verein den Namen am Stadion bis 2011 an die Versicherungsgesellschaft "Signal Iduna". Der nächste Schritt zur völligen Kommerzialisierung der Fußball-Bundesliga.
Ein Vorgang mit Modellcharakter? Grundsätzlich kein Problem, möchte man meinen. Doch was die Fans auf die Palme bringt, sind die Farben der Versicherung. In Blau-weiß, ausgerechnet die Vereinsfarben des verhassten FC Schalke 04, wird der Schriftzug "Signal Iduna-Park" die nächsten sechs Jahre an der Nordtribüne aufleuchten. Kaum auszudenken, wenn sich diese Masche fortsetzt in der Bundesliga:
Aber mit den leidgeprüften BVB-Fans kann man es ja machen. Nach der Erhöhung der Ticketpreise zu Saisonbeginn nun ein blau-weißes Stadion. Wie geht es weiter? Werden öglicherweise die weit sichtbaren Pylone am Stadion magenta leuchten, weil die Telekom die Werberechte gekauft hat Werden die Currywurstbuden Blau-Rot lackiert, weil Würstchenhersteller Meica zugeschlagen hat? Eine noch gruseligere Vorstellung: Diebels kauft die Rechte am Bierausschank. Altbier tief im Ruhrgebiet - na dann prost.
Bilder: BVB | |||||
|
|||||
|
|
|||||

