| Grafik in Dortmund | ||||||||
48 Dortmunder Künstler und Künstlerinnen bewerben sich um einen Platz im Dortmunder Kunstkalender - nur sechs von ihnen werden aufgenommen. Die Ausstellung zum Kunstkalender ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Dortmund. Jedes Jahr lädt die Stadt lokale Künstler ein, sich an der Gestaltung des Kalenders zu beteiligen.
Bis zum 31. Juli können die Bewerbermotive besichtigt werden. In dieser Zeit wird eine Jury, bestehend aus Bürgermeisterin Birgit Jörder, Sparkassenvorstand Uwe Samulewicz, Mitarbeitern des Kulturbüros der Stadt und anderen Vertretern des Dortmunder Kulturlebens, die Gewinner-Grafiken auswählen, die den Kalender 2007 schmücken werden.
Ein Engel zur Weihnachtszeit
Beate Bach bewirbt sich, wie die meisten Künstler, zum ersten Mal um die heiß begehrte Aufnahme in den Kalender. Die ehemalige Grafik-Designerin
entschloss sich vor gut zwei Jahren, ihre Werbeagentur aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen. Nach fast zweijähriger Produktionszeit ist sie der Einladung der Stadt gefolgt. Sie hat schon genaue Vorstellungen, in welche Monate ihre beiden Wettbewerbsbilder "Zunami 2" und "Engel" passen würden: "So ein bisschen habe ich ein Gefühl dafür gehabt, zu welchem Monat sie passen würden. Also für 'Zunami 2' könnte ich mir den Spätsommer, den September vorstellen. Bei dem Engelbild ist es klar, Weihnachtszeit. Ein bisschen Bezug auf den Monat zu nehmen, das finde ich ganz schön."
Den Anreiz, sich am Wettbewerb zu beteiligen, beschreibt Beate Bach damit, dass ihre Bilder von einem großen Publikum gesehen werden. Reich werden die Künstler durch den Kunstkalender nicht. "Das ist mehr Leidenschaft und das Projekt selbst. Dabei zu sein fühlt sich einfach gut an", erklärt Beate Bach. Sie erhält eine Kosten- und Produktionsentschädigung, dafür begleitet sie ihre Werke bis zur Druckabnahme und wird jedes Exemplar persönlich signieren, wenn sie zu den sechs von der Jury gewählten Künstlern gehört.
Streng limitiert
Der Kalender erscheint in streng limitierter Auflage von 500 Exemplaren, die Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer übergeben werden. Er wird die Kalender an Freunde und Partner der Stadt Dortmund verschenken. In den letzten Jahre schmückten sie bereits die Wände von Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren bekannten Persönlichkeiten.
Nach welchen Kriterien die Gewinnerarbeiten ausgewählt werden, verrät Michael Hoppe vom Dortmunder Kulturbüro und Jurymitglied: "Die Entscheidung fällt uns immer schwer. Natürlich ist die künstlerische Qualität ganz entscheidend. Dann ist wichtig, wie die Arbeiten untereinander zu einem Gesamtkalenderwerk zusammen passen und natürlich die Künstler selbst: Sind es junge Leute, die vielleicht noch nicht dabei waren. Die will man natürlich besonders fördern."
30 Jahre Dortmunder Kunstkalender
Das Wettbewerbsprojekt um den Dortmunder Kunstkalender gibt es seit 30 Jahren. Ziel ist es, so Hoppe, die lokalen Künstler finanziell und ideell zu fördern. "Wir wissen ja, dass Künstler von der Kunst alleine nicht leben können. Viele ernähren sich durch den Verkauf, auch durch solche künstlerischen Aktionen und das fördern wir." Für die Beteiligung gibt es keine thematischen Vorgaben. Jeder Künstler, der von der Stadt eingeladen wird, sich an der Aktion zu beteiligen, kann sich mit seinen zwei besten Kunstwerken beteiligen.
FOTOS: Sandra Rosenthal | ||||||||
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