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Ein bisschen anders als andere Sportsendungen sollte sie sein. Ein bisschen anders muss sie auch sein. Ohne Sendelizenzen für Spiele und angewiesen auf viel freiwilliges und vor allem unentgeltliches Engagement setzt das tägliche WM-Studio des Senders floriantv auf seinen großen Trumpf: Den Heimvorteil.
Das Kalkül ist einfach: die regionalen Zeitungen sind zu langsam, was heute drin steht, war schon gestern. Radio ist zwar schnell, aber Fernsehbilder sind emotionaler. Und floriantv kann schwerpunktmäßig über die WM in Dortmund berichten - jeden Tag.
Die Idee zur Fußballsendung aus Dortmund für Dortmund hatten die beiden 24-jährigen Journalistikstudenten Matthias Walter und Jens Witte während einer Politikvorlesung. Zusammen mit ihrem Kommilitonen David Mache haben sie dann ein Konzept ausgearbeitet und es geschafft, rund 50 Personen davon zu überzeugen, die Idee mit ihnen umzusetzen. Heimvorteil läuft vom 9. Juni bis zum 10. Juli täglich LIVE um 17.45 auf floriantv. Empfangbar über das Kabelnetz Kanal S 21 oder ab 20 Uhr zum Download hier...
Die Journalistik-Studierenden der Lehrredaktion do1 übernehmen die Redaktion und inhaltliche Gestaltung, Mitarbeiter, Auszubildende und Nutzer von floriantv sorgen dafür, dass die Technik funktioniert – und das alles, ohne zusätzliches Geld dafür zu bekommen und unter Aufwendung eines Großteils ihrer Freizeit, da auch am Wochenende gesendet wird.
Mittendrin statt nur in der ersten Reihe
Reporterberichte aus der Innenstadt, besonders wenn Spiele in Dortmund oder unter deutscher Beteiligung stattfinden. Aktuelle Beiträge über das Geschehen in Dortmund, Studiogäste, die eben dieses einordnen können und nicht zuletzt Geschichten über Dortmunder und ihre WM. Die kommen besonders in der Portraitreihe „Gesichter der WM“ zu Wort. Hier geht es um diejenigen, die nicht direkt an der Weltmeisterschaft teilnehmen, aber dennoch was dazu beitragen. Wie zum Beispiel Karl Lenz, Taxifahrer aus Leidenschaft:
Karl Lenz wird mit seinen Weisheiten rund ums Spiel regelmäßig im „Heimvorteil“ zu Wort kommen.
Ich kann was, was Du nicht kannst
Wenn schon eine neue Sendung, dann doch bitte ganz. So der Ansatz der Chefplaner Matthias Walter und Jens Witte. Als das Konzept grob stand, begann das Brainstorming: Wer kann was? Und wer kennt jemanden, der das kann, was Journalisten nicht können? So ging zum Beispiel der Auftrag für die Titelmusik an Jennifer Klatt und Johannes Löschner. Beide studieren Medienwissenschaften an der Uni Duisburg-Essen und haben die Melodie sowohl komponiert als auch vertont.
Den Vorspann hat Journalistik-Studentin Jennifer Dacqué in mühevoller Kleinarbeit produziert. Das Studio haben Regina Bartusch und Barbara Hartwich geplant und gebaut. Die beiden studieren Raum- und Objektdesign an der Fachhochschule Dortmund und waren sofort begeistert von der Idee, "fachübergreifend" zusammen zu arbeiten.
Der Praxistest
Auch die Studierenden der Journalistik profitieren von der Zusammenarbeit. "Sie erwerben neue Qualifikationen durch den Austausch mit anderen Berufen wie zum Beispiel den Mediengestaltern", betont Sylvia Cieslik die Bedeutung solcher Projekte für die Ausbildung. Sie leitet die Fernsehlehrredaktion und ist mitverantwortlich für floriantv. "Für die Journalistik-Studierenden ist der "Heimvorteil" eine super Möglichkeit, unter realen Bedingungen alle Abläufe einer Live-Sendung zu erleben und zu erlernen", ergänzt Cieslik. Angefangen bei der inhaltlichen Planung über die Realisation von Beiträgen bis hin zur Sendeplanung und der tatsächlichen Sendung können und müssen die Studierenden alles probieren.
Wie auch immer die Sendungen laufen werden, eins steht für die Macher jetzt schon fest: Das Team arbeitet besser zusammen als je zuvor und jeder Einzelne ist stolz auf seinen Beitrag.
FOTOS: Julia Seifert, Sandra Voglreiter
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