Sina Schielke, Tim Lobinger, Juliane Sprenger - das sind die ganz Großen der Deutschen Leichtathletik. Leider sind sie nicht groß genug, denn die Deutschen Hallenmeisterschaften 2004 mit eben dieser Besetzung boten keinen Anlass, die Haltestelle Westfalenstadion in Betrieb zu nehmen.
Dabei wäre das so schön gewesen. Die U-Bahn-Station liegt direkt an der Helmut-Körnig-Halle, 200 Meter Luftlinie vom Weitsprungfeld entfernt. Doch Pustekuchen. Der Zugang zum Bahnsteig war versperrt, ein weißes Schild belehrte hoffnungsvolle ÖPNV-Nutzer, dass der Bahnhof nur bei Großveranstaltungen genutzt wird. Und groß genug waren die Meisterschaften einfach nicht.
Das zeigte sich vor allem am Sonntagmittag, als die Entscheidungen anliefen. Viele Sitzplätze blieben leer. Der Traum einer ausverkauften Halle, den DLV-Pressesprecher Eberhard Vollmer noch am Morgen geträumt hatte, zerplatzte so laut wie die Startschüsse bei den Laufwettbewerben. 4500 Zuschauer fasst die Halle. Rund 3500, so schätzte Vollmer gegen zwölf Uhr, seien anwesend.
Kein Grund also, um die Pforten der Haltestelle Westfalenstadion zu öffnen. Denn die benachbarte Station Westfalenhallen, zehn Fußminuten entfernt, war noch nicht einmal annähernd ausgelastet. Erst am Abend des gleichen Tages sollte die U-Bahn bis zur Körnig-Halle rollen. Doch nicht etwa wegen der Leichtathletik-DM. Nein. Der Grund: Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln. Ein Bundesligaspiel, wie es jedes Wochenende stattfindet. Und mehr Menschen begeistert als eine Deutsche Meisterschaft.
Foto: Jürgen Stricker