| Sauber gemacht! | ||||||
(eldoradio) „Hände gewaschen?“ Ganz genau fragt die Ausstellung „Sauber oder Rein?“ schon zu Beginn des Rundgangs beim Besucher nach. Wie sich Leute in den vergangenen zwei Jahrhunderten sauber gehalten haben, kann derzeit in der Deutschen Arbeiterschutzausstellung (DASA) bestaunt werden. Wer mit schmutzigen Fingern in die DASA kommt, darf die an einer Rundwaschanlage säubern.
Aber „Sauber oder Rein“ ist mehr als gewaschene Hände. Auf 800 Quadratmetern stehen mehr als 500 Ausstellungsstücke. Darunter alte Badewannen, Toiletten oder auch ein öffentliches Pissoir. - „Wir haben das extra so hoch gehängt, dass niemand mit Druck auf der Blase in Versuchung kommt“, sagtt Kuratorin Gisela Hoppe mit einem Lachen.
Die Schau, die 2003 im Europaparlament eröffnet wurde, gliedert sich in sieben Bereiche, darunter:
In einem dunklen Gang wird der Rundgänger für die nächsten Bereiche - "Der Kampf gegen die Keime" und "Angst und Objektivierung" - in Stimmung gebracht. Auf dem Boden stehen Monitore, wo immer dieselbe Szene aus dem Film Nosferatu läuft. Eklige Ratten wuseln überall herum. Ratten gelten als Keimüberträger. Hat man sich an den Monitoren vorbeigeschleust, warten neben Krankenhaus-Umgebung und echten Keimen hinter Glas auch „Fantasie-Krankheiten“ des Computer-Zeitalters, zum Beispiel das „Pixel-Breeze“- oder das „Magic Eraser“-Syndrom, auf Schautafeln inszeniert.
Der künstlerische Aspekt zieht sich wie ein roter Faden durch die erste DASA-Etage. Die Installation "Badewonne" lässt mit einer Projektion eine normale Badewanne aufleben.
Am Ende des Rundgangs betritt man einen dunklen Raum mit Bildschirmen vor sich. Alle paar Sekunden ist ein Wassertropfen zu hören, auf den Monitore bilden sich Aufschlagswellen. Wenn man alleine in dem Korridor ist, herrscht meditative Atmosphäre. Sauberes Wasser, diese Kernaussage der Veranstaltung wird spätestens im letzten, gleichnamigen Themenbereich deutlich, ist der Schlüssel zur Hygiene. „Inhaltlich kommt die Ausstellung sehr gut an“, erklärt DASA-Sprecherin Susanne Joachimsmeyer.
Vielleicht auch, weil der Besucher immer wieder aktiv in die Ausstellung einbezogen wird. So kann er zum Beispiel wie echtes Krankenhauspersonal seine Hände desinfizieren und das Ergebnis überprüfen.
Bei aller Kunst und Interaktivität: Es überwiegen historische Ausstellungsstücke. Wer damit kein Problem hat und sich auch mal bei „Sauber oder Rein?“ die Hände waschen will, muss sich beeilen: Nur noch bis zum 1. Mai bleibt die Ausstellung in Dortmund. Bei Vorlage des Studentenausweises erhält man eine Ermäßigung (zwei statt drei Euro Eintritt). Die DASA befindet sich unmittelbar an der S-Bahn-Haltestelle Dortmund-Dorstfeld Süd.
Fotos: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Medizin | ||||||
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VON PETER HERRLICH |
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