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Die 65.000-Euro-Idee

Strahlende Sieger: Pedram Hadjian und Martin Wawro

(InDOpendent) Studium fertig und dann? Warum nicht den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Hilfe auf dem Weg zum eigenen Unternehmen wird auch an der Uni geboten. Zwei Dortmunder Informatiker machen es vor.

 

Am Anfang stand die Idee. Auf dem Bildschirm flimmert das Bild eines menschlichen Herzens. Mit einem Stift dreht der Radiologe das Herz, markiert eine Herzkammer und lässt den Computer sekundenschnell das Volumen berechnen. Möglich macht dies das Programm "Fast Vox". Mit der Erfindung von Martin Wawro (32) und Pedram Hadjian (25) können Bilder vom Computertomographen auf einem so genannten Pen-Display dreidimensional angezeigt und mit Hilfe eines Stiftes bearbeitet werden. "So lässt sich auch die Größe eines Tumors bestimmen", sagt Wawro. Was anfangs neben dem Informatik-Studium lief, wurde Anfang diesen Jahres zum eigenständigen Unternehmen: "Digital Medics".

 

 

 Das 3D-Bild einer Herzkammer

Vom Studenten zum Unternehmer

 

Die Universität Dortmund bietet ihren Absolventen gute Chancen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das bestätigt die Studie "Vom Studenten zum Unternehmer". Platz 15 von 72 Teilnehmern erreichten die Dortmunder bei der Studie des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie der Uni Regensburg. Ein Sprung von elf Plätzen. 2003 landeten sie noch auf Platz 26. Ein Grund für das gute Abschneiden ist das Projekt G-Dur. Seit September 2002 begleiten und unterstützen die G-Durler Absolventen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. "Das Angebot richtet sich an alle Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeiter", sagt Uni-Gründerlotse Sebastian Hanny.

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

 

Auch Wawro und Hadjian nutzten das Netzwerk, nachdem sie ihre Dissertation und Diplomarbeit eingereicht hatten. "Wir hatten keine Ahnung, was wir bei unserer Unternehmensgründung alles beachten mussten", sagt Hadjian. Hanny half, wo die beiden Jungunternehmer nicht mehr weiter wussten. "Vom Unternehmensberater bis zum Wirtschaftsprüfer wurde uns alles vermittelt", sagt Hadjian. Über 50 Firmen entstanden in den vergangenen drei Jahren mit Hilfe von G-Dur. Doch noch mehr könnten es sein. Denn bisher wandten sich 171 Absolventen an den  Gründerlotsen Hanny. Der weiß, warum die Quote nicht höher liegt: "Ein Drittel der Interessenten kommt nach dem ersten Gespräch nicht mehr wieder, das zweite Drittel kommt zwar wieder, aber nur ein Drittel gründet tatsächlich ein Unternehmen".

 

Mit eigenem Geschäftsplan überzeugt

 

Für den Firmen-Start braucht man einen guten Geschäftsplan, wissen auch die beiden Jungunternehmer. "Das ist deine Visitenkarte vor Geldgebern", sagt Hadjian. Beim Gründerwettbewerb "start2grow" des "Dortmund Project" lernten Wawro und Hadjian, ihren eigenen Geschäftsplan aufzustellen. "Hier knüpft man Kontakte und macht sich selbst fit", sagt Hadjian. Der Geschäftsplan wird von mehreren Gutachtern geprüft und bewertet. Tipp der beiden Gründer: Dabei solle man sich auch von Kritik nicht entmutigen lassen. "Man muss von seiner Idee überzeugt sein", sagt Wawro.

 

Sieger bei zwei Wettbewerben

 

Auch die Prüfer waren von "Digital Medics" überzeugt.  Lohn der Arbeit: Platz 1 beim start2grow-Wettbewerb und 40.000 Euro Preisgeld. Nach dem ersten Erfolg reichten sie ihren Geschäftsplan auch beim Gründerwettbewerb des Verbands Deutscher Ingenieure und des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik ein und gewannen auch hier den ersten Preis in Höhe von 25.000 Euro. Nächster Schritt für die beiden Jungunternehmer: der Umzug ins Uni-nahe Biomedizin-Zentrum. Einen Briefkasten haben sie dort schon.

FOTOS: Friedel Groth

VON FRIEDEL GROTH

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