Start

Stadt

Campus

Kultur

Sport

WM 2006

Service



 

Kleine Filme machen großes Kino

Der "kleine Filmpreis"

(do1) Im Wettbewerb traten junge Filmemacher aus ganz Deutschland an. Für 6 Euro konnten Kinofans einen ganzen Abend mit unterhaltsamen und überraschenden Produktionen angehender Filmprofis sehen. Über die Vergabe der Preise entschied eine unabhängige Fachjury, die mit namhaften Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten und Schauspielern besetzt war.

 

 Philipp Toyka, Mitorganisator der WAM Filmnacht, sagt wie die Jurymitglieder ausgewählt wurden. (22s/292kB)

 

 

Nachwuchsregisseure im Interview

Den Filmpreis in Gold erhielt Sikander Goldau von der HFF in München mit "Fragile". Der Kurzspielfilm sei eine Parabel über das Abschiednehmen, den Tod und die Hoffnung auf ein Weiterleben danach, erklärt Goldau. Eine Frau kommt bei einem Autounfall ums Leben, sie kann aber in einer Art surrealer Rückblende von ihren Lieben - Kinder, Mutter und Ehemann - Abschied nehmen, ohne dass diese von ihrem Tod wissen. Das zwanzigminütige Debüt des Nachwuchs-Regisseurs überzeugte nicht nur die sechsköpfige Fachjury, sondern auch die Zuschauer, die den Publikumspreis ebenfalls an Goldau vergaben.

 

 Jurymitglied Theo West spricht über seine Vergabekriterien (47s/599kB)

 

Den zweiten Preis (Silber) erhielt Lale Nalpantoglu für "Biyik-Schnurrbart": Kadir Mutlus glückliches Leben erfährt einen radikalen Bruch, als er eines Morgens entdeckt, dass sein Schnurrbart fehlt. In einer Welt, in der ausnahmslos alle einen Bart tragen, Frauen ebenso wie Kinder, und sogar Babys schon mit dem markanten spitzen Schnauzer geboren werden. Ein türkischer Film, der ohne jeden Dialog auskommt und auf eine amüsante Art eine verständliche Metapher für das Anderssein gibt.

 

 

 In der Regie gab es viel zu tun.

Auch Lars Henning überzeugte die Jury. Mit seinem Kurzfilm "Koslowski" landete er am Ende auf dem dritten Platz (Bronze). Der Hauptdarsteller Koslowski arbeitet als kleiner Buchhalter in einer großen Firma. Als sein Chef herausfindet, dass er vertrauliche Informationen weitergibt, gerät er stark unter Druck. Er muss entscheiden, entweder einen Kollegen zu verraten oder seinen Job zu verlieren. Er stellt fest: Wenn alles, was man tun kann falsch ist, dann muss man es wenigstens richtig machen.

 

Das Kurzfilmfestival war für den Filmnachwuchs eine gute Möglichkeit, um sich mit anderen auszutauschen und Kontakte mit Vertretern der deutschen Filmindustrie aufzunehmen. Die Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt: Kleine Filme machen großes Kino und sorgen beim Publikum für Begeisterung.

 

Fotos: Jenna Günnewig

 Mehr zum Thema 

  WAM Filmnacht  
  "Fragile"  
  Kurzfilm Festivals  


VON ANNIKA ZEITLER

« Zurück


 
   

  Start    Stadt    Campus    Kultur    Sport    WM 2006    Service  

Copyright © 2000 - 2006 donews.de