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Tore schießen ist nicht alles

Katrin liebt Fußball, Familie und Finanzen

(eldoradio) Katrin Lueg sitzt oft mit ihrem Mann zum Fußballgucken vor dem Fernseher. Denn für Ball-Zauber, Super-Tore, und Glanzparaden konnte sich die zweifache Mutter aus Wetter bei Hagen schon immer begeistern. Doch noch mehr interessieren die Wirtschaftsstudentin die finanziellen Aspekte. Gut, dass an ihrer Uni ein entsprechendes Angebot gibt.

 

Im letzten Semester hat Katrin an der Fernuniversität Hagen das Seminar „Controlling und Rechnungswesen im Profi-Fußball“ belegt. Damit konnte sie ihr Faible für den Sport mit ihrem Wirtschaftsstudium kombinieren. In dem Kurs lernt man, warum ein Stürmer, der verpflichtet werden soll, mehr können muss als nur Tore schießen. Denn das Trikot des Kickers sollte sich zum Beispiel verkaufen lassen und auch die Fernseheinnahmen sollten durch den Spieler wenn möglich steigen.

 

Katrin zum Sinn von Millionen-Transfers (18 s/143 kB)

 

Dozent des Seminars ist Jörn Littkemann. Der BWL-Professor mit Schwerpunkt Sportmanagement hat selbst jahrelang Fußball gespielt und als Trainer gearbeitet. Doch dies ist nicht der einzige Grund, warum er den Kurs anbietet: „Es ist eine Branche, die BWL-Themen ein bisschen sexy macht für die Öffentlichkeit. Management bei der Deutschen Bank ist ein wenig dröge. Aus dem Fußball-Bereich sehen sie das Management-Produkt jeden Sonnabend auf den Rasen. Das macht die ganze Sache attraktiver.“

 

 

 Bei Prof. Littkemann stehen Studis Schlange

Der Andrang ist groß

 

Littkeman hätte im letzten Semester viermal so viele Plätze für den Kurs vergeben können. Das Interesse an dem Thema ist stets groß. Auch deswegen, weil das Seminar in Deutschland einzigartig ist. Neben Katrin Lueg nahmen diesmal 31 Hauptstudierende teil. Aus acht verschiedenen Bereichen konnten sich die Teilnehmer ein Thema für Referat und Hausarbeit wählen, darunter „Ökonomisches Ranking von Fußball-Vereinen“ oder „Analyse der wirtschaftlichen Lage von Fußball-Unternehmen“. Hier wird deutlich, dass sich ein professioneller Fußball-Verein in ökonomischer Hinsicht nicht großartig von einem Unternehmen wie  DaimlerChrysler oder der Deutschen Bank unterscheidet.

 

 

Littkemann: Warum die Fußball-Branche was besonderes ist (12 s/92 kB)

 

Katrin hat zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen von Spielerinvestitionen“ eine Ausarbeitung gemacht. „Man kann ja nicht sagen, durch genau den Spieler sind wir jetzt in die Champions League gekommen und konnten dadurch mehr Geld einnehmen. Es ist ja irgendwo eine Teamleistung“, lautet das Fazit der 29-Jährigen.

 

Katrins Ehemann ist ihr jedenfalls dankbar für jede Info über die wirtschaftlichen und finanziellen Hintergründe der Vereine. Solange es diese Infos nicht beim Fußballgucken gibt...

 

Fotos: Lipke

VON PATRICK LIPKE

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