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Impfung für den PC

Angriff der Festplattenkiller

Der erste Computervirus flackerte 1982 über den Bildschirm und legte einen Apple-Computer lahm – die Fachwelt war erstaunt: In den Gründerzeiten der Computerbranche waren Viren noch ein Werk von geduldigen Tüftlern und Programmierern. Inzwischen gibt es für jeden gewünschten Virus, Wurm oder Trojaner Baupläne im Internet – mit den sogenannten „Virus Construction Sets" wird jeder gelangweilte Teenager zur potenziellen Virenschleuder.

 

Ein Problemfall im Film (666 KB, 51 sek.)

 

Schutz gegen Virenattacken

Doch niemand ist den Viren-Attacken hilflos ausgeliefert. Wirksame Anti-Viren-Programme, die sich regelmäßig selbst online auf den neusten Stand bringen, gibt es in jeder Preisklasse – oder als Freeware zum Download. Reine Virenscanner, die die schädlichen Mini-Programme lediglich aufspüren, sind jedoch nicht zu empfehlen. Besser ist die Komplett-Lösung: auffinden, eliminieren, reparieren. Eine gute Variante, die für private Nutzer kostenlos ist: „Ad-Aware“ von der Firma Lavasoft. Das Programm scannt das gesamte System, spürt verdächtige Bestandteile auf und löscht sie auf Wunsch. Viren werden entdeckt und nervige Dialer verschwinden.

 

Netzregeln

Doch es gibt auch simple Verhaltensregeln im Internet, die verhindern, dass der eigene Computer infiziert wird. So verbreiten sich die meisten Computerviren und –würmer über e-mails. Eine unerwartete e-mail mit unbekanntem Absender und kryptischer Betreffzeile sollte deshalb gar nicht erst gelesen werden. Vor allem sollten keine Anhänge zu solchen e-mails geöffnet oder abgespeichert werden. Denn einmal im System kann sich der Virus verstecken und aus der Deckung heraus Daten löschen, die Kontrolle übernehmen und sich selbst per e-mail weiterverschicken.

 

Browser-Alternativen

 

 

 Besser browsen mit Firefox

Da Viren immer möglichst viele PCs erreichen wollen, um möglichst viel Schaden anzurichten, nutzen einige besonders gemeine Exemplare die Sicherheitslücken des gebräuchlichsten Browsers aus: des Internet Explorers. Einfache Abhilfe in vielen Fällen: Einen anderen Browser aus dem Internet herunterladen. Einer der beliebtesten ist der „Firefox“-Browser von Mozilla oder auch „Opera“. Die sind nicht so anfällig für Viren-, Würmer- und Trojanerattacken und halten darüber hinaus noch nützliche Zusatzfunktionen bereit. So können nervige Werbe-Pop-Ups unterdrückt werden und mit zwei Mausklicks können alle Cookies und die Internet-Chronik gelöscht werden – optimaler Datenschutz.

 

Microsoft hilft

Doch nicht alles, was mit Microsoft zu tun hat, ist virenanfällig: Wer sich die etwas mühsame Suche nach den geeigneten Sicherheits-Updates sparen will, besucht die Microsoft-Seite. Unter der Kategorie Windows XP einfach nach dem Stichwort MBSA suchen, denn das steht für „Microsoft Baseline Security Analyzer" und ist so etwas wie das Rundum-Sorglos-Paket für Windows-Nutzer. Das MBSA-Tool erledigt alle Updates und checkt darüber hinaus das gesamte System auf Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten.

Auch die Windows-Firewall kann vor lästigen Attacken schützen. Einfach in Windows XP „Start/Netzwerkumgebung" rechts anklicken und in den Eigenschaften die Firewall aktivieren. Das Gleiche gilt auch für die Internet-Verbindungen: mit einem Mausklick rechts öffnen, das Eigenschaften-Menü auswählen und unter „erweitert" die Internetverbindungsfirewall anklicken. 

 

 Suchen, finden, deinstallieren

Wer als e-mail-Programm „Outlook Express" benutzt, kann sich durch wenige Klicks absichern. Im Menü „Extras/Optionen" kann unter „Lesen" die Funktion „Alle Nachrichten nur als Text lesen" aktiviert werden. Gefährliche Links und Anwendungen werden dadurch verhindert.

 

Virentest online

Wenn sich alle zehn Sekunden der Bildschirm blau einfärbt oder groteske Warnmeldungen erscheinen, ist ziemlich eindeutig, dass der PC von Viren befallen wurde. Doch es gibt auch subtilere Varianten, die in den Tiefen des Systems schlummern und auf ihren Ausbruch warten. Spezielle Test-Webseiten checken den gesamten PC und erklären außerdem, was gegen die unerwünschten Plagegeister unternommen werden kann. Und dann macht das Surfen wieder Spaß.

 

Die Entwicklung der Computerviren in den letzten Jahrzehnten

 

Fotos & Collagen: Radü

VON JENS RADÜ

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