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Die Kunst, Deutscher zu sein

"Aufgetischt": Disziplin.

(eldoradio) Typisch deutsche Tugenden - Stigma oder nationale Identität? Was ist das eigentlich, 'Heimat'? Wie sehen uns Deutsche beispielsweise die Anderen und wo beginnt unser Selbstverständnis?

 

Mit diesen Fragen haben sich 28 Studierende der Fachhochschule Dortmund beschäftigt. Entstanden ist daraus eine wundervoll authentische, unverblümt ausdrückliche Foto-Schau extrem unterschiedlicher Empfindungen. Von gesellschaftlicher Ordnung über heimische Küche bis zu deutschem Bier, Pünktlichkeit und politischer Vergangenheit - scheinbar einfache, aber doch große Themen, mit denen sich die jungen Dortmunder Fotografen hier bildlich auseinandersetzen.

 

Seminarleiterin Prof. Caroline Dlugos zur Ausstellung (16s/130KB)

 

 

 

Ordnung und deutsche Gründlichkeit beim
Frühstück.

Die Anregung gab Hansjoachim Nierentz, Leiter der renommierten Internationalen Fototage in Mannheim: Die Reflexion junger Fotografen über das Land, in dem sie leben sei ein spannendes Feld. Das fanden auch einige Professoren des Fachbereichs Fotodesign und setzten Seminare rund um das Thema 'typisch deutsch' auf den Semesterplan.

 

Student Ulrich Engert und Prof. Caroline Dlugos zum Seminarablauf (17s/139KB)

 

In den Exponaten spiegelt sich so ziemlich alles, was unmittelbar mit 'Deutsch sein' assoziiert werden kann: Von Ton-Bild-Kombinationen, in der neben schwarz-weiß Portraits die Portraitierten über einen Kopfhörer im Interview zum Verständnis ihres Deutsch-Empfindens zu hören sind, über die Verknüpfung deutscher Gegenwart und Vergangenheit durch fotografierte alte Briefmarken und deren Originalschauplätze im Jetzt, bis zu minutiös eingefangenem kleinbürgerlichen Ordnungssinn.

 

Student Ulrich Engert zu den Bildern (15s/122KB)

 

 

 

Ausstellungseröffnung in Washington mit
Bilderserie zum deutschen Bier.

Nicht weiter erstaunlich also, dass seitdem die Studierenden zuweilen öfter mit der Verzollung ihrer Kunstwaren beschäftigt sind, als sie es sich je hätten träumen lassen. Nach Washington DC übernimmt am 22. März das Goethe-Institut in Rabat, Marokko das Sekt-Ausschenken zur Vernissage. Es folgen Ausstellungen in Casablanca, Berlin und Brüssel. Das viele Grübeln über 'Deutschein oder nicht' hat sich also gelohnt. Und der Dialog über deutsche Identität zwischen den Dortmunder Künstlern und zahlreichen Ausstellungs-Besuchern unterschiedlichster ethnischer Herkunft findet weltweit statt.

 

FOTOS: Sebastian van den Akker, Marie-Therese Cramer, Ulrich Engert

 Mehr zum Thema 

  Website zur Ausstellung  

  Internationale Fototage Mannheim  

VON ANDREA UEDING

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