(InDOpendent) Terroristische Anschläge und Hooligans könnten die Sicherheit bei der Fußball-Weltmeisterschaft gefährden. Zwei Ringe um die Stadien sollen die Fans schützen.
Meterhohe Zäune, Absperrungen, Durchsuchungen bis auf die Unterhose: Angesichts der geplanten Sicherheitsringe um das WM-Stadion Dortmund sind so manche Szenarien vorstellbar. Laut Veranstalter sind sie übertrieben. "Alles wird so wie bei einem normalen Bundesligaspiel", sagt Stephan Eiermann von der Frankfurter Pressestelle des Fußball-Weltverbandes FIFA. Sicherheitsringe hat es jedoch bislang weder in der Bundesliga noch in der WM-Historie gegeben.
Auch die Umgebung des Stadions ist umzäunt
An den Einlassschleusen der beiden Sicherheitsringe müssen die Fans mit strengen Prozeduren rechnen: Am äußeren Ring, der die Umgebung des Stadions umschließt, erfolgt eine visuelle Kontrolle: Nur wer ein gültiges Ticket hat, darf passieren. Außerdem gibt es Taschenkontrollen. Am inneren Ring, direkt vor dem Stadion, wird der Strichcode der Eintrittskarten gelesen. "Die Zuschauer werden abgetastet. Wenn sie einen Rucksack mitführen, wird geguckt, was sie dabei haben", ergänzt Eiermann.
Überregionales Sicherheitskonzept
Hinter den zwei Ringen steckt das "Sicherheitskonzept der WM 2006". Es gilt für alle zwölf WM-Stadien. Ausgearbeitet haben es das nationale Organisationskomitee (OK) und die FIFA in Abstimmung mit den deutschen Behörden. Um die Durchsetzung kümmern sich in Dortmund das Frankfurter WM-OK, die örtliche OK-Außenstelle sowie Land und Bund.
Mit der Verteilung auf zwei Kontrollbereiche solle ein möglichst reibungsloser Zu- und Abfluss der Zuschauer erreicht werden, nennt Eiermann einen weiteren Grund für die zwei Ringe. Ihre Abgrenzungen vergleicht der Sprecher mit den Absperrgittern eines Straßenumzugs: "Es sind Kontrollsperren, keine meterhohen Zäune."
750 bis 1500 private Sicherheitsleute
Hundertprozentigen Schutz vor Anschlägen und Hooligans gibt es nicht. Den könnten auch meterhohe Zäune nicht garantieren. Dennoch beeinflussen Sicherheitsvorkehrungen den Ablauf im Stadion. Pro Spiel kontrollieren 750 bis 1500 private Sicherheitsleute. Ihre Anzahl richtet sich unter anderem nach Stadiongröße und Spielpaarung. "Alles, was um die Stadien herum passiert, ist nicht mehr unser Bereich", sagt Eiermann und verweist auf Landes- sowie Bundesbehörden.
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Für Taschenkontrollen ist die FIFA zuständig. |
Dass die Sicherheit im Stadion FIFA-Angelegenheit ist, bestätigt Peter Schulz, Pressesprecher der Dortmunder Polizei: "Damit haben wir nichts zu tun. Zuständig ist die FIFA. Wir unterstützen im Bedarfsfall, wenn es Randalierer gibt oder es zu einer Straftat kommt. Aber mit Aufbau und Kontrolle haben wir nichts zu tun."
Auch das Ordnungsamt übernimmt nur seine üblichen Aufgaben. "Gewerbe- und gaststättenrechtliche Dinge, wenn es um den Verkauf von Schwarzkarten oder illegalen Fanartikeln geht", sagt Mitarbeiter Andreas Rieck.
Und wann ist es soweit? "Aktiv sind die Ringe, sobald die FIFA die Stadien übernommen hat. Dann kann man nur noch mit Akkreditierung oder gültiger Karte passieren", sagt Stephan Eiermann. Dann wird sich zeigen, ob die Ringe ihrer Aufgabe gerecht werden oder die Vorfreude auf die Spiele trüben.
FOTOS: Stadt Dortmund/Astrid Stolberg