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Aus Liebe zum Verein

Christine und Stefanie in ihrer schwarz-gelben Fan-WG

(do1) Christine Willim und Stefanie Lorenz sind Fans - Borussia-Fans. Christine kommt aus der Nähe von Stuttgart, Stefanie von der Nordseeküste. Beide verwirklichten sie ihren Traum: Einmal in Dortmund leben.

 

„Als Teenager schwärmte ich total für Flemming Povlsen“, sagt Christine. So fing es an. „Irgendwann ziehe ich nach Dortmund“, das schrieb sie schon als 16-Jährige in Freunde-Alben. Das schwarz-gelbe Fieber hatte sie da schon längst gepackt.

 

 Die Fan-WG in Brackel (608 kB, 47 s)

 

Ihr Vater war es, der seine Tochter zu Spielen mitnahm, zunächst nur nach Stuttgart und Karlsruhe. Dortmund schien da noch weit weg. Der erste Besuch im Westfalenstadion wurde für Christine zum echten Abenteuer: „Ich hab damals extra die Schule geschwänzt, um nach Dortmund zu fahren“, berichtet sie. „Und dann wurde das Spiel abgesagt, wegen Unbespielbarkeit des Platzes!“

 

Mittlerweile geht sie im Westfalenstadion ein und aus – Dauerkarte Südtribüne, Block 13, „wo die Hardcore-Fans stehen“. Auch auf Auswärtsspielen ist Christine immer dabei – immer zusammen mit Stefanie.

 

Die beiden lernten sich durch eine gemeinsame Freundin beim BVB-Spiel in Stuttgart kennen – auch Stefanie war durch ihre Familie schon früh Fan geworden. Sie hielten den Kontakt, trafen sich immer häufiger zu Spielen, und sie hatten einen gemeinsamen Traum: Dortmund.

 

 

 Zweites Wohnzimmer: Westfalenstadion

Job am Flughafen

einfach gekündigt

 

Dabei schien es zunächst unmöglich, ins Ruhrgebiet zu ziehen: Stefanie war Studentin der Sozialpädagogik an der Uni Oldenburg, Christine festangestellt als Luftverkehrs-Servicekauffrau am Flughafen Stuttgart. Und es ging doch. Vor ziemlich genau anderthalb Jahren zogen die beiden in eine gemeinsame WG nach Dortmund – Christine hatte ihren Job einfach gekündigt. Und Stefanie beschloss, ihr Diplom könne sie schließlich auch von Dortmund aus schreiben.

 

Mit Arbeit sah es am Anfang nicht so rosig aus. „Wir haben gemeinsam in einem Call-Center gejobbt, aber nach drei Wochen schnell wieder gekündigt“, berichtet Steffi. Christine hatte schließlich Glück: Seit fast einem Jahr ist sie nun bei der Dortmunder Tourist Information angestellt. Mit einem besonderen Arbeitsvertrag: „Ich habe mit meinem Chef ausgemacht, dass ich immer samstags frei habe, wenn die Borussia auswärts spielt“, sagt Christine. „Das ging zum Glück in Ordnung.“

 

 Der Unterschied zwischen Fan und Zuschauer (603 kB, 48 s)

 

Doch immer mit den Verein auf Reisen zu sein, ist nicht einfach. Das Geld jedenfalls „geht eigentlich schon komplett für die Borussia drauf“, sagt Stefanie.

 

„Ersatzfamilie“ nennen die beiden 24-Jährigen manchmal augenzwinkernd „ihren“ BVB. Sie haben zur Borussia gehalten, egal, wie tief die Krise war. Und Christine hatte immer schon ein Rezept, wie es wieder bergauf gehen könnte: „Auch in schweren Zeiten dem Verein treu bleiben – dann wird’s auch wieder.“

 

Fotos: Anna Kuhn-Osius

VON ANNA KUHN-OSIUS

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