Für Litauen ist - wie für die meisten anderen osteuropäischen Länder auch - der Eurovision Song Contest sehr wichtig. Die Nachbarländer, Estland und Lettland, haben den Wettbewerb bereits gewonnen. Die Litauer hingegen hatten bis jetzt kein Glück. In diesem Jahr in Athen soll das anders werden: Sechs Pop-Stars aus Litauen haben sich in einem Projekt zusammengeschlossen: "LT United". Sie wollen das europäische Publikum mit dem Titel "We Are the Winners" überzeugen. Im nationalen Vorentscheid hat das Lied bereits gewonnen. Auf dem zweiten Platz blieb die Gruppe "In Culto", die mit ihrem Titel gerade halb so viele Stimmen wie "LT United" einfuhr.
Sechs Stars aus der litauischen Popmusik auf dem Weg zu europäischem Ruhm? Da wäre einmal Andrius Mamontovas – der klarste Stern der litauischen Popmusik. Kritiker vergleichen ihn mit dem deutschen Herbert Grönemeyer oder Bruce Springsteen aus den USA. Nummer zwei und drei im Bunde sind Saulius "Samas" Urbonavicius und Marijonas Mikutavicius – beide bekannt aus dem litauischen Fernsehen. Viktoras "Vee" Diawara ist Leader einer sehr beliebten Band, die auch in Litauens Nachbarländern bekannt ist: SKAMP. Eimantas Belickas und Arnoldas Lukosius gehören ebenfalls "LT United" an. Diese beiden können gleich mehrere Instrumente spielen.
Werden diese sechs charismatischen Männer im internationalen Wettbewerb bestehen können?
Den Litauern gefällt der Song, aber wie werden die Europäer im Mai das Lied bewerten? Werden sie das ganze humorvoll verstehen, oder wie überhebliche Arroganz? Das kann natürlich niemand im Voraus wissen. Klar ist aber: Die Litauer rechnen sich Chancen aus.
Die Meinungen der Kritiker gehen auseinander
In Litauen trifft man viele Kinder und Erwachsene auf der Straße, die "We are the winners" vor sich hin summen. Die Meinungen von Kritikern gehen aber auseinander. Einige sagen, dass dieses Projekt einfach lustig ist und den Eurovision Song Contest "auf die Schippe" nimmt. Andere sprechen davon, dass der Song musikalisch und vokalisch ganz und gar nichts ist und dass Musiker wie die sechs bestimmt etwas viel besseres machen könnten. Wieder andere sind besorgt um das Image Litauens. Schließlich könne "We Are the Winners" den Eindruck hinterlassen, dass die Litauer Angeber und eine anmaßende Nation seien.
Die Interpreten selbst machen keinen Hehl daraus, dass das Ganze aus einer Laune heraus entstanden ist und in kürzester Zeit fertig war. Hoffentlich, meinen die Kritiker, haben die restlischen Europäer den gleichen Humor!
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So präsentiert sich "LT United" on stage |
Der Gruppeninitiator Andrius Mamontovas sagt, dass "die Kraft in der Einigkeit liegt". "Ich habe mir gedacht: Wer gewinnt die europäischen Basketballmeisterschaften? Die litauische Nationalmannschaft! Deshalb muss die litauische Nationalmannschaft zum Eurovision Song Contest fahren! Und ich habe mich entschieden, sie zusammenzuschließen".
Grand Prix brachte große Künstler hervor
Der Eurovision Song Contest fand zum ersten Mal im Jahr 1956 statt, damals hieß er noch "Grand Prix d'Eurovision de la Chanson". Es war ein Wettbewerb für den "West-Block". 1960 startete dann die "Intervision" im "Ost-Block", als Pendant zur "Eurovision".
Der Grand Prix war eine wichtige Veranstaltung. Viele der Gewinner wurden dadurch groß, wie zum Beispiel ABBA, Celine Dion oder Bucks Fizz. Seit den 90ger Jahren können alle europäischen Länder an dem Contest teilnehmen.
In letzten Jahren hat der Wettbewerb sich sehr verändert. Immer mehr Zuschauer aus West-Europa fanden den Grand Prix langweilig. Dafür wurde er für Ost-Europa immer wichtiger.
Baltische Länder haben den Wettbewerb schon zuvor gewonnen, Estland (2001) und Lettland (2002) zum Beispiel. Litauen war bisher aber immer erfolglos. Ziel ist es nun, besser als früher aufzutreten. Und das ist auch nicht schwer: Im vergangenen wurde die litauische Gruppe letzte! Und das war peinlich...
FOTOS: Shownet foto/Privat