| Eine Venus für den VfL | ||||||
Im Schlafzimmer blinkt die Fußball-Bettwäsche, der Hobbykeller ist mit Kunstrasen ausgelegt, der Vorratsraum voll gestopft mit Chips und Bier. Zur Sportschau klemmt der Göttergatte das Telefon ab, und am Wochenende glänzt er zu Hause durch Abwesenheit, zeigt auf dem Fußballplatz, was für ein Kerl in ihm steckt.
Realität? Zumindest in Ute Wielands aktuellem Kinokracher "FC Venus". Weil die Eintracht Imma dem Abstieg entgegen schliddert, knien sich die Spieler so sehr in ihr Hobby, dass den Ehefrauen sprichwörtlich die Hutschnur hochgeht. Sie starten zum Gegenangriff, gründen den FC Venus und treten gegen ihre Männer an. Sollten die verlieren, ist ein für alle mal Schluss mit "Pöhlen". Ansonsten gilt: Das Meckern hört auf.
Lauter Zweitligisten
Ein Film, der zur WM passt wie die Pommes zur Currywurst. Ein Film, der eigentlich keiner Werbung bedarf. Und doch ist momentan bundesweite Promo-Tour angesagt. Mit einem extra Leckerbissen für die Nachbarn in Bochum: Die Schauspieler haben jetzt den VfL auf dem Trainingsgelände zum halbstündigen Trainingsspiel herausgefordert - übrigens das einzige Match, das die Leinwand-Kicker bislang zwecks Werbung gekickt haben. Ein Spiel, das der VfL beinahe boykottierte, als feststand: Nur die zweite Schauspielerriege tritt an. Stars wie Heinz Hoenig, Anneke Kim Sarnau, Nora Tschirner und Christian Ulmen seien zu beschäftigt. Nicht zu schade waren sich Andreas Guenther, Andreas Pietschmann, Jens Münchow, Julian Sengelmann, Sandra Borgmann und Ex-Miss-Germany 2002 Katrin Wrobel. Und die legten dann auch in mit dem VfL gemischten Teams und nach taktischer Besprechung – "tut nichts, was ihr sonst auch nicht tun würdet" – zwei mal nette 15 Minuten hin.
Katrin Wrobel über Fußball-Fieber und Herzwummern (13 Sek/2,26 MB)
Lange 15 Minuten
"Die längsten 15 Minuten meines Lebens", keucht Julian Sengelmann zum Halbzeitstand von 1:1 (Tore: Andreas Pietschmann und Filip Trojan). "Wir haben die größeren Torchancen, aber wir versenken keinen Treffer." Jens Münchow zuckt ratlos die Schultern, nach einer torlosen zweiten Hälfte und dem Elfmeterschießen steht fest: Der FC Venus siegt, hat die Eintracht Imma in Grund und Boden gekickt. Und: Der VfL hat mindestens einen neuen Fan: "Ich finde Bochum mittlerweile total toll", so Schönheitskönigin Katrin Wrobel, die sich vor allem "vorm Fernseher spielerisch fit hält." Für sie ist der Sieg Nebensache, der Spaß zählt. Auch für den VfL, der neben dem Aufstieg in die 1. Liga längst Visionen für die WM hat: "Alle Nationen sollten sich friedlich verhalten", sagt Dariusz Wosz, "Fans und Spieler sollten sich auch nach einer Niederlage in die Augen schauen können." Ganz so wie Eintracht Imma und FC Venus.
FOTOS: Ina Retkowitz
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VON INA RETKOWITZ,CARMEN DAUTZENBERG UND KATALIN VALES |
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