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Tore statt Gebell

Ein "Microsoft Hellhound" im Spiel

Hunde, die bellen, beißen nicht. Und Hunde, die gar nicht echt sind, erst recht nicht. Dafür schießen sie Tore und kosten - obwohl nur dackelgroß - 2000 Euro pro Stück. Und wenn sie gut trainiert, sprich programmiert sind, dann können sie als "Kampfhunde" aufs Feld geschickt werden. Um für die Uni Dortmund um den Weltmeistertitel zu kämpfen - bei der Hunde-Roboter-WM in Bremen.

 

Mitte Juni treten in der Hansestadt 24 Teams aus aller Welt gegeneinander an. Japan, USA, Australien, Spanien und auch Deutschland. "Eben alle High-Tech-Länder, in denen Roboterforschung betrieben wird", sagt Matthias Hebbel aus Witten, der die Hunde der Uni Dortmund betreut. Dort werden sie im Rahmen eines studentischen Informatik-Projektes programmiert und weiterentwickelt.

"Unsere Hunde, die 'Microsoft Hellhounds', kaufen wir in Japan. Dort sind sie einfache Spielzeugroboter, die nichts können außer vorwärts zu tapsen. Wir bringen ihnen dann das Laufen und Toreschießen bei.", erklärt Hebbel.

 

Weltmeisterschaft in Bremen

 

Ist ein Hund am Institut für Roboterforschung fertig programmiert, kann er für das Dortmunder Team aufgestellt werden und an der WM teilnehmen. Die 24 Mannschaften, die sich für die Weltspiele qualifiziert haben, treten wie bei der richtigen Fußball-WM zunächst innerhalb ihrer Gruppen gegeneinander an. Die Gruppenbesten erreichen die Zwischenrunde und kämpfen um den Einzug in die Finalrunde. "Wir sind Favorit", sagt der 31-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter, der mit "seinen" Hunden den Titel verteidigen will. Bei der WM im vergangenen Jahr hat sich das deutsche Team noch aus mehreren deutschen Hochschul-Hunde-Roboter-Mannschaften zusammengesetzt - in diesem Jahr sind die "Hellhounds" aus Dortmund auf sich allein gestellt.

 

Matthias Hebbel über die bisherigen Erfolge der "Microsoft Hellhounds" (33s/527KB)

 

 

 Matthias Hebbel sieht der WM
 gelassen entgegen.

"Wir wollten eine neue Herausforderung. Mal sehen,  ob wir den Titel auch allein holen können. Wir rechnen uns gute Chancen aus, weil wir schon viele, viele Meisterschaften gewonnen haben", ist Matthias Hebbel zuversichtlich.

Die Hunde tragen beim Spiel auf dem 24 Quadratmeter großen Feld entweder rote oder blaue Trikots - in der Halbzeit wird die Farbe gewechselt. "Das machen wir, um fair zu spielen. Denn die Hunde mit den roten Trikots erkennen sich gegenseitig besser", sagt Matthias Hebbel.

 

Jeder Robo ist auf sich allein gestellt

 

Jeder Hund arbeitet selbstständig: Seine Sensoren im Kopf erkennen den Ball und die eigene Position. Der Hund kann drahtlos, also mittels Wireless LAN (WLAN) mit seinen Teamkollegen kommunizieren. Jeder Hund auf dem Feld verschickt 25 Mal pro Sekunde seine Position und die Position des Balls. Wer am nächsten zum Ball steht, läuft hin und schießt. So kommt ein bewegtes Spiel zustande. Immerhin 50 Zentimeter pro Sekunde schafft ein Dortmunder Hund. "Das ist im Vergleich mit anderen Ländern schon ganz schön schnell", freut sich Matthias Hebbel über den Vorteil. 

 

Matthias Hebbel erklärt, warum er Roboter-Fußball betreibt (34s/540KB)

 

Der Code, mit dem die Hunde-Roboter in Dortmund programmiert sind, wird nach jeder Weltmeisterschaft im Internet veröffentlicht. "So hat jeder, der sich dafür interessiert, die Möglichkeit, einen Hunde-Roboter zu programmieren und dann  selbst ein Team ins Rennen zu schicken. Das hätte dann bei der nächsten WM die Chance, genauso gut zu sein, wie wir in diesem Jahr." Denn: Forschung kann nur vorangetrieben werden, wenn man ihre Ergebnisse veröffentlicht. 

 

Roboter-Fußball bringt für Hebbel ein besonderes "Feeling" mit (34s/538KB)

FOTOS: ANNA SPRENGER 

 

VON ANNA SPRENGER

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