| Wa(h)re Kochkunst | ||||||||
(do1) Im Asialaden: In der Kühltheke liegt versteckt zwischen Zierspargel und Petersilie ein merkwürdig langes klebriges Gras. "Cha-Om" und "Acacla" steht auf der Verpackung. Klingt spannend. Hilft aber auch nicht wirklich weiter. Viele würden jetzt an der Kühltheke vorbeigehen hin zum Nudelregal mit den chinesischen Glasnudeln, fertige süß saure Soße einkaufen und das Cha-Om Gras Cha-Om Gras sein lassen.
Wir haben jedoch zwei gegeneinander antretende Studenten-Teams gefunden, die sich der Herausforderung des Kochens mit unbekannten Zutaten gestellt haben. Eike & Philipp haben es mit dem Wok probiert, Rike & Ulla mit der Pfanne.
Vom Cha-Om bis zum Wels
Beide Teams bekommen neben ganz gewöhnlichen auch folgende exotische Zutaten: Das Cha-Om Gras, eine Tarowurzel, eine Quitte und einen Wels. Was sich hinter den seltsamen Kochutensilien verbirgt sagen wir ihnen nicht. Das Männerteam ist sich trotzdem ziemlich schnell klar, was gekocht wird. Unbekannt hin, unbekannt her. "Wir schmeißen das alles in den Wok. Das wird", sagt Eike ziemlich energisch zu Philipp und begießt seinen Entschluss mit einem Schluck aus der Bierflasche.
Ein Zauberstab soll’s retten
Rike & Ulla dagegen überlegen erstmal, was aus den Zutaten gezaubert werden könnte. Schließlich entscheiden sie sich, den Wels zu köpfen und ihn in Stückchen geschnitten anzubraten. Mit ihrem "Zauberstab" (wie sie es nennen) häckseln die Beiden das merkwürdig stinkende Gras ganz klein und machen mit Eiern, Mehl und Milch daraus einen Omeletteteig. "Der Grund unseres Sieges ist wohl jetzt schon klar", sagt Ulla, "der Zauberstab wird uns retten."
Zauberwaffe Bier
Philipp & Eike glauben sind nicht weniger zuversichtlich. "Wir haben doch das Bier, das uns unterstützt", sagt Eike. Zuversichtlich schneiden die Herren die rohe Tarowurzel in Würfelstücke und hacken das Cha-Om Gras in kleine Stückchen. Alles kommt zusammen mit dem gewürfelten Fisch in einen Wok, in dem schon das Öl vor sich hin brutzelt. "Lecker", sagt Philipp und scheint damit ernsthaft das nun nicht mehr definierbare Gemenge im Wok zu meinen.
Die Frauen haben mittlerweile die Tarowurzel in Wasser gekocht und sie anschließend mit dem "Zauberstab" wie eine Kartoffel für ein Püree zerkleinert. Verfeinert haben sie das Ganze mit einem Schuss Maracujasaft. Die Soße kommt schließlich mit dem angebratenen Wels auf das Omelett.
Verdienter Sieg
Fertig! Ulla & Rike sind stolz auf ihr kleines Kochkunstwerk. Jetzt kommt Testesserin Daniela ins Spiel. "Ich denke, Daniela wird sich freuen. Sehr lecker", sagt Rike. Und tatsächlich entscheidet sich Daniela, die sowohl das Gericht der Männer als auch das der Frauen kostet, für Ullas & Rikes Omelette. "Das schmeckte entschieden besser", resümiert die Testesserin. Und das Wok-Gemenge? Genießbar. So gerade.
Fazit: Mit exotischen Zutaten experimentieren macht Spaß und kann klappen. Ulla & Rike haben den Nagel übrigens instinktiv auf den Kopf getroffen. Was macht man in seinem Herkunftsland Thailand wohl aus Cha-Om Gras? Genau: Omelette.
Lust auf mehr? Hier geht’s zur Wurzel von Wurzel und Gras…
FOTOS/VIDEOS: Angela Meißner und Christine Elsaeßer | ||||||||
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