| Ein sportlicher Ausflug mit dem Rhönrad | |||||
(InDOpendent) Wer das Programmheft des AHS durchblättert, findet in dem umfangreichen Angebot neben Fußball und Badminton auch weniger populäre Sportarten. Gegen einen Ball getreten hat wohl jeder schon einmal. Die wenigsten standen indes je in einem Rhönrad.
"Keine Sorge, deine Füße stecken sicher in den Halteriemen", sagt Bianca. Langsam bringt die Kursleiterin das Rhönrad ins Rollen. So fest ich kann, umklammere ich die Metallgriffe. Keine Zeit mehr, es sich anders zu überlegen. Mit weit aufgerissenen Augen beobachte ich nervös, wie der Hallenboden immer näher kommt. Dann hänge ich für kurze Zeit kopfüber - ein komisches Gefühl, als ob ich jeden Moment fallen könnte. Zum Glück ist es schnell vorbei und ich hab’s geschafft: meine erste Umdrehung in einem Rhönrad!
Aller Anfang ist schwer
Dass ich nicht die einzige Anfängerin in dem Kurs bin, zeigen mir die vielen fragenden Gesichter. Wie es war, will ein Mädchen wissen. "Gar nicht so schlimm", sage ich. "Wenn man sich einmal getraut hat..." Tatsächlich, das zweite Mal kostet mich kaum noch Überwindung. Schlimmer, als die Angst zu fallen, ist jetzt die Vorstellung, mir könnte das T-Shirt aus der Hose rutschen.
Ob Bianca wohl schon mal in diese peinliche Lage geraten ist? Bevor ich sie fragen kann, sagt sie: "Die Übung kannst du jetzt auch ohne Hilfe machen", und lässt mich allein.
Ohne Schwung geht es nicht
Das ging schnell. Aber gut, wenn sie meint: einmal tief Luft holen, Arme anspannen, Füße durchstrecken - und los! Das Rad setzt sich in Bewegung, langsam drehe ich mich, bis ich auf dem Kopf stehe und - oh Gott - stehen bleibe! Zu wenig Schwung! Panisch klammere ich mich an die Griffe, meine Füße verkrampfen, Blut schießt mir in den Kopf. Oh nein, was jetzt? Erstmal schreien: "Hiiiilfe!!!" Mir bricht der Schweiß aus, gleich werde ich fallen. "Hiiiiiiiilfe!!!!!" In dem Moment dreht sich das Rad und wenig später stehe ich zu meiner Erleichterung wieder mit beiden Füßen auf der Erde. Einer der Fortgeschrittenen ist mir zur Hilfe geeilt. Dankbar, mit hochrotem Kopf und zitternden Knien, höre ich mir die Erklärung für mein Missgeschick an. Irgendwas, sagt er, habe ich mit den Armen falsch gemacht. Ich merke es mir, mache aber erstmal eine Pause.
Erfolg in kurzer Zeit
Während ich mich von dem Schreck erhole, beobachte ich, wie mein Retter von eben gekonnt eine Runde nach der anderen dreht. Wenn es bloß so einfach wäre, wie es aussieht, denke ich missmutig. Als Bianca vorbei kommt, frage ich sie, wie viele Jahre man trainieren muss, um das Rhönrad so gut zu beherrschen. "Vor etwa fünf Wochen hat er angefangen", sagt sie. "Wie bitte?" Mein Ehrgeiz ist geweckt.
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