| Isomatte - und ab gehts | |||||
Klangkirche – das soll ein besonderer Ort sein, an dem Menschen durch Konzerte zur Ruhe finden, Kraft schöpfen. Dabei geht es nicht um klassischen Gesang. Vielmehr soll der atmosphärische Charakter ausgebaut, die Kirche einmal anders gestaltet werden.
Seit drei Jahren existiert diese Idee, ist nun auch in Bochum und Dortmund auf dem Vormarsch. Vier Konzerte pro Jahr sollen in der evangelischen Apostelkirche am Bochumer Unicenter gestemmt werden. Mit unterschiedlichen, eher seltenen Instrumenten. Den Anfang haben der Didgeridoo-Chor um Mark Iwaszkiewicz und mehrere Obertonsänger bereits gemacht. Und viel Lob kassiert: "Eine zurzeit wohl einmalige Kombination", glaubt Mark Iwaszkiewicz.
Mit dem Didgeridoo Atemwegserkrankungen lindern
Der Musiker spielt seit 14 Jahren Didgeridoo, gab sein erstes Konzert in New York bei einer Ausstellungseröffnung. "Dann ging es Stück für Stück weiter", sagt er heute bescheiden. Für Iwaszkiewicz ist das Didgeridoo nicht nur ein Instrument. Es ist auch therapeutisches Mittel. Der ausgebildete Atempädagoge lindert damit nach eigenen Aussagen sogar so manche Atemwegserkrankung.
Tiefenentspannung
Ziel seines Spiels in der Klangkirche ist es aber zunächst, eine neue Art der Tiefenentspannung zu beschwören. "Durch die akustische Eigenart des Raumes ist der Klang fühlbar, die Schwingungen sind spürbar", beschreibt er eine Art Alphazustand, der während seines Spiels entstehen soll. Deshalb dürfen Interessierte Isomatten und Decken zu seinen Konzerten mitbringen. Sofern sie sich überwinden können. Meditation, das Wort ist Iwaszkiewicz allerdings zu abgedroschen. Ebenso wie Spiritualität für Pfarrer Drees. Er zielt auf eine neue Form der Frömmigkeit ab. Dabei zählt vor allem der religiöse Kontext, den die bei Konzerten auch verwendeten Klangschalen, indische Flöten und Gongs erzeugen: "Solche Klänge in einer Kirche tönen zu lassen, öffnet die Menschen auch zu der Kraft, die größer ist als wir, die wir in der Kirche Gott nennen. Die Klangkirche macht die Seele gesund, hält Geist und Körper frisch."
Ähnlich wird die Idee der Klangkirche jetzt auch in Dortmund aufgefasst: In der St. Petri-Kirche, Petrikirchhof 7, hat Marc Iwaszkiewicz längst einen Fuß in der Tür, gibt dort regelmäßig Konzerte. Dortmunder Studierende sind aber genauso gerne im Unicenter Bochum gesehen. Mit Mann und Maus, Kind und Kegel – und natürlich mit Isomatten.
FOTOS: Autorin | |||||
|
|||||
|
|
|||||

