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Der Fußballprofessor

Voller Körpereinsatz im Hörsaal: Andrei S. Markovits.

(eldoradio) "Ein Universalgelehrter der Postmoderne" - so nennt der Amerikanistikprofessor  Dr. Walter Grünzweig seinen Freund "Andy". Eine passende Bezeichnung für den Professor für vergleichende Politikwissenschaft und Deutschlandstudien an der University of Michigan, der sich auch auf dem Fußballrasen bestens zurechtfindet, zumindest was das Fachwissen angeht.

 

 

Für die Zeit der Fußball-WM hat Prof. Andrei Steven Markovits sein Zelt am Dortmunder Institut für Anglistik und Amerikanistik aufschlagen. Er wird in laufende Lehrveranstaltungen eingeladen und kommentiert die Fußfall-WM und die allgemeine Lage dieses Sportes. Aber natürlich will er auch hautnah bei der WM dabei sein, möglichst bei jedem Spiel. "Zwölf der 16 WM-Spiele will ich mir anschauen, alle in Nordrhein-Westfalen", so das Ziel von Markovits. Nach dem Halbfinale in Dortmund ist dann Schluss, dann geht's zurück in die USA. Mit der WM ist er bisher vollauf zufrieden. Nur an der Organisation in Gelsenkirchen hat er einiges auszusetzen.

 

Ein Kosmopolit, Polyglott und ein Sportfan

 

Wenn Markovits redet, hören Studenten zu.

Markovits wurde in Rumänien geboren und lernte zu Hause Deutsch und Ungarisch, in der Schule sprach er Rumänisch. Von Kindheit an wurde er in Englisch und später auch in Französisch unterrichtet. Mit neun Jahren emigrierte er mit seinem Vater nach Wien und später nach New York. Die Internationalität ist Teil seines Lebens, ebenso wie die Liebe zum Fußball und zum Sport überhaupt.

 

Markovits findet es wunderbar, dass Spieler aus der ganzen Welt für Vereine in anderen Ländern spielen.



Mehr zum Thema

Sprechstunde von Andrei Markovits: Montag, 3.7.2006, um 9 Uhr. Wo? Emil-Figge-Straße 50, Amerikanistik, R. 0.410. Bitte um Voranmeldung!

Er findet nichts dabei, dass bei Arsenal London manchmal kein einziger Engländer auf dem Platz steht. Denn für ihn steht die Qualität des Spiels an erster Stelle.

Fußball wird fast in der ganzen Welt gespielt und verfolgt. "Es ist die wichtigste Sportsprache", davon ist Markovits überzeugt. Beispiel gefällig? Ein deutscher Botschafter hat versucht Deutschland in Afghanistan bekannt zu machen. Was hat man also gemacht? Man hat auf jedes Auto "Beckenbauer" geschrieben, und schon konnten alle etwas mit diesem Begriff anfangen.

 

Markovits: Jeder kennt Beckenbauer (8s/63KB)

 

Fußball in Amerika - darüber hat Markovits
ein Buch geschrieben.

Ziel ist die Akzeptanz

 

Trotz der globalen Bedeutung von Fußball hat es noch nicht Einzug in die Universitäten gehalten. Ein Fußballprofessor – für viele klingt das komisch und wird nicht ernst genommen. Genau das findet Markovits schade. In kaum einem Land gibt es Lehrstühle, die das Phänomen Sport gesellschaftlich und historisch beleuchten. Und eben darin sieht er seine Aufgabe.

 

Markovits über seinen Lebenstraum (28s/227KB)

 

Er will, dass Sport als Universitätsfach anerkannt wird und in renommierten Universitäten unterrichtet wird.

 

 

FOTOS/AUDIOS: Evgenij Haperskij

VON EVGENIJ HAPERSKIJ

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