Start

Stadt

Campus

Kultur

Sport

WM 2006

Service



 

Kurzfilm macht Furore

Filmausschnitt: Rudi Domidian Hundefänger

(do1) Grillen zirpen, Vögel zwitschern und fliegen in Schwärmen auf - in den roten Himmel hinein. Morgendämmerung am Ümminger See. Rudi Domidian Hundefänger sitzt am Ufer, Federn in seiner Hand. Mühsam bindet er einen Faden um jede einzelne Feder. Dick - damit der Wind ihn nicht lösen kann.

 

So beginnt der Kurzfilm "Der fliegende Baum" der beiden Dortmunder Kamerastudenten Sebastian Jobst und Dong Wang. Der Streifen zeigt den Künstler Rudi Domidian Hundefänger bei seiner Arbeit am Ümminger See.

 

Eigentlich als Film für die Vordiplomsprüfung der beiden Studenten gedacht, hat er in seiner Urversion bereits einen internationalen Erfolg eingebracht. Dong Wang, der ursprünglich aus China kommt, hatte ihn beim 1. Internationalen Filmfestival in der alten Kaiserstadt Xi'An mit englischen Untertiteln eingereicht. Die Jury war so begeistert, dass sie ihm den 1. Preis als bester Dokumentarfilm verlieh.

 

 

 Sebastian Jobst und Dong Wang an der Kamera

Von der Autobahn eingekreist

 

Jetzt war der Streifen in einer abgewandelten Version im Museum Bochum im Rahmen des Land-Art-Projektes "Bochum eingekreist" zu sehen. Das Ziel des Projektes: Flächen in Bochum, die von der Autobahn eingekreist sind, sollen einerseits isoliert und andererseits verbunden werden.

 

Das auch künstlerisch herauszuarbeiten, war für die beiden Kamerastudenten besonders wichtig. Rudi Domidian Hundefänger, der gerne in und mit der Natur arbeitet, steht in einer Szene auf einer Autobahnbrücke nahe des Sees - wie ein Storch mit einem angezogenen Bein. Strommasten sind zu sehen. Natur und Industrie als Kontrast.

 

Der zerbrochene Regenschirm

 

Nun ist bald vielleicht ein neuer Film von Sebastian Jobst auf einem Filmfestival zu sehen. Dieses Mal aber in Deutschland, auf dem Festival "Blicke aus dem Ruhrgebiet" in Bochum. Der Film "Der Zauber eines zerbrochenen Regenschirms" handelt von einem bunten Regenschirm, der einen jungen Mann - alleine und bei Regen in einem Wartehäuschen sitzend - zu einem Gedicht inspiriert. In diesem Gedicht setzt sich ein Mädchen zu ihm auf die Wartebank und dank des zerbrochenen Regenschirms kommen sie ins Gespräch, eine kleine Romanze entsteht.

 

"So eine Romanze kann auch Realität werden", darin ist sich Sebastian Jobst sicher. Und so deutet er am Ende des Films an: Das alles existiert nicht nur in deiner Phantasie, es kann auch real werden - denn plötzlich leuchtet der Regenschirm warm und hell.

 

 

Szene aus dem neuen Jobst-Film

Nach einer wahren Begebenheit

 

Für diese Annahme hat Sebastian Jobst auch allen Grund: Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Sebastian hatte an einer S-Bahn Station in München einen Obdachlosen auf einer Bank beobachtet, ein kaputter Regenschirm lag neben ihm im Mülleimer. Eine Frau kam hinzu und sagte zu dem Obdachlosen: "Ach, was tut dieser arme kaputte Regenschirm da." Obwohl sich beide offensichtlich vorher nicht kannten, kamen sie durch den Regenschirm ins Gespräch. Und gingen schließlich sogar zusammen weiter.

 

Falls sich die Jury des Festivals "Blicke aus dem Ruhrgebiet" in der Vorauswahl für den Film entscheidet, wird er zwischen dem 24. und 27. November 2005 in Bochum zu sehen sein. Sebastian Lobst und Dong Wang studieren beide im 7. Semester Kamera an der Fachhochschule Dortmund.

 

Fotos: PR

VON VERENA BAST

« Zurück


 
   

  Start    Stadt    Campus    Kultur    Sport    WM 2006    Service  

Copyright © 2000 - 2006 donews.de