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Vom Umgang mit Parkinson

Hat gelernt mit der Krankheit umzugehen: Paula Steinhaus

Auch sonst ist Parkinson eine heimtückische Krankheit. Die Wissenschaft kann die Ursachen für den Ausbruch von Parkinson trotz aller Anstrengungen noch immer nicht bestimmen.

 

Zwar produziert die Pharmazeutik Medikamente, die zur Therapie herangezogen werden können; aber diese nutzen sich im Laufe der Jahre ab und es müssen immer höhere Dosen von Dopaminpräparaten verabreicht werden.

 

 

Die Symptome

 

Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der die Nervenzellen mit "Informationen" versorgt. Bleiben diese aus, kommt es zu massiven Einschränkungen vor allem im Bereich der Motorik. So definierte James Parkinson (1755-1824), der Namensgeber der Krankheit, die Symptome in seiner "Abhandlung über die Schüttellähmung" wie folgt:

- unfreiwilliges Zittern der Extremitäten im Ruhezustand,

- zunehmendes Nachlassen der Muskelkraft, und

- Gehstörungen mit der Tendenz, nach vorne zu fallen.  

Dabei beginnt die Krankheit fast unmerklich. Häufig stehen am Anfang Schulterschmerzen, die nicht selten jahrelang vergeblich orthopädisch behandelt werden, bevor die wahre Ursache diagnostiziert wird.

 

Wohin man sich wenden kann

 

 

Beratung in angenehmer Atmosphäre findet im Wilhelm-Hansmann-Haus statt.

 

Die Betroffenen der Krankheit, die in Dortmund leben, finden eine Anlaufstelle im Wilhelm- Hansmann-Haus in der Märkischen Straße 21. Die dortige Gruppe ist Teil der Deutschen Parkinson Vereinigung in Neuss, die dieses Jahr ihren 25. Geburtstag feiert. Insgesamt gibt es in Deutschland über 340 Parkinson-Selbsthilfegruppen unter der Verwaltung dieses gemeinnützigen Vereins. Die Dortmunder Gruppe zählt 160 Mitglieder. Nur drei dieser Mitglieder von ihnen sind unter 40 Jahre alt. Die überwiegende Mehrzahl all derer, die an Parkinson erkranken, ist zu dem Zeitpunkt 60 Jahre und älter.

 

Was es heißt, Parkinson zu haben

 

Geleitet wird die Dortmunder Selbsthilfegruppe, die jeden ersten Montag im Monat zusammentrifft, von Paula Seinhaus. Ihrer Erfahrung nach sind die meisten Menschen, wenn die Diagnose "Parkinson" gestellt wird, unwissend, und haben keine Vorstellung, was auf sie zukommt. Ausserdem gäbe es genug Menschen, die erst gar nicht wahrhaben wollen, dass sie krank sind. Besonders wichtig sei aber gerade, die Krankheit als solche anzunehmen. "Wer die Krankheit nicht als Teil seines Lebens akzeptieren lernt, hat es umso schwerer, mit ihr fertig zu werden", meint Frau Steinhaus. Bei ihr war es zuerst die Tochter, eine Ergotherapeutin, von der sie damals näher über die Krankheit informiert wurde. Dass der Tagesablauf zum Beispiel langsamer werden würde und man sich nicht mehr so leicht zu bewegen vermöge, wie man wolle, ja, dass man sogar geradezu am Boden "festkleben" könne.

 

Die Gruppen-Philosophie

 

Das Wissen um die Krankheit schlage bei den Betroffenen natürlich auch aufs Gemüt, berichtet Frau Steinhaus. Es entstehe oftmals Wut auf sich selber, und darauf, dass man in zunehmender Weise auf fremde Hilfe angewiesen ist. "Ich habe noch so viel Danke gesagt, wie in den letzten Jahren", sagt sie dazu. Der richtige Umgang mit Parkinson wolle erst erlernt sein. In der Gruppe wird deshalb ganz bewusst versucht, die Philosophie zu vermitteln: "Ich habe Parkinson, aber Parkinson hat nicht mich."

Jeden zweiten Freitag im Monat findet im Wilhelm-Hansmann-Haus zudem eine medizinische und rechtliche Beratung statt. Diese wird kostenlos durchgeführt und kann auch von Menschen genutzt werden, die nicht Mitglieder des Dortmunder Parkinson Vereins sind. 

 

FOTOS: Beu, Höhn, Schall

 

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  Wilhelm-Hansmann-Haus  

 


VON LARISSA BEU, JULIANE HÖHN, LARS SCHALL

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