(eldoradio) „Rock in den Ruinen“ – das bedeutet jedes Jahr gute Musik in stylischer Kulisse, viele junge Menschen und Alkohol in rauhen Mengen. Auch in diesem Jahr hatte das Open-Air-Festival wieder bekannte und beliebte Bands zu bieten: Die Höhepunkte waren die Auftritte der Headliner „Klee“ und „Sub7even“.
Die Party in den ersten Mai begann schon am frühen Samstagnachmittag. Die ersten Bands wie „Tony Gorilla“, „four versus“ oder „ONEJIRU“ spielten deswegen zunächst noch vor einem kleinen Publikum. Trotzdem bot zum Beispiel „Tony Gorilla“, die punkige Rock´n Roll-Band aus dem Ruhrgebiet, eine tolle Show und heizte die Stimmung ordentlich an.
Das Wetter hielt dann auch den ganzen Tag, das Bier floss in Strömen und so hatte „Sub7even“ es am späten Abend nicht mehr schwer, die Massen zu begeistern. Die Dortmunder Band wurde bekannt als Vorgruppe der Böhsen Onkelz und rockte das Festival mit wilden Tönen und guter Laune.
Schade für viele Besucher war nur, dass der Auftritt von „Something Fierce“ ausfallen musste. Der Schlagzeuger war krank geworden und so mussten die Fans leider auf die Band verzichten.
Ruinen-Pop mit "Klee"
Dafür kamen aber die Leute von „Klee“. Die Kölner Band hat dieses Jahr bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ mitgemacht und gehört seitdem zu den beliebtesten deutschen Newcomern. „Klee“ schlug zum Ende des Festivals eher seichtere Töne an und traf damit nicht ganz den Nerv der Veranstaltung. Auch wenn die Sängerin Suzie das „Rock in den Ruinen“ kurzerhand in „Pop in den Ruinen“ umbenannte, waren die lieblichen, zarten Titel der Band etwas zu poppig für den Abend. Trotzdem war ein Fan von „Klees“ Auftritt so begeistert, dass er die Bühne stürmte und von einem Ordner zurückgeholt werden musste. Auch von diesem witzigen Vorfall abgesehen funktionierte die Organisation in diesem Jahr sehr gut. Zwar war die einzige Kasse am Eingang zum Teil etwas überlastet, doch die Veranstalter machten schnell eine weitere auf. Auch die Beförderung der rund 7500 Besucher zum Ende des Festivals klappte den Umständen entsprechend reibungslos. Die Sonderbusse kamen pünktlich und regelmäßig. Allerdings waren auch sie zu den Stoßzeiten enorm überfüllt.
Zufriedene Leute und glückliche Bands
Die Veranstalter selbst sahen auch dieses Jahr in „Rock in den Ruinen“ einen Erfolg: „Es war schön voll, die Leute waren zufrieden und den Bands hat es auch Spaß gemacht“, sagte Wolfgang Flammersfeld von der F&H Event Company.
Ob die Veranstaltung für die SPD ein Erfolg im Wahlkampf war, ist eine andere Frage. Denn nicht zuletzt ist das Festival eine Wahlkampfveranstaltung der Hörder Jusos und des SPD-Stadtbezirksvorstandes Hörde. So hatten die Jusos auch direkt neben dem Grillzelt ihren Stand aufgebaut und standen den Jugendlichen Frage und Antwort. Um Solidarität im Wahlkampf zu zeigen, war Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit angereist. Lässig und ohne Schlips begrüßte er die Besucher und kündigte die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit an. An Arbeit dachten die jugendlichen Besucher an diesem Abend aber wohl nur sehr selten. Denn bei „Rock in den Ruinen“ ist Party angesagt!
Foto: Sabrina Hötte