| Spitzen-Agent aus dem Revier | ||||
Wie Nick Dubronski zu seinem Namen kam, weiß Sören selbst nicht mehr so genau. "Wahrscheinlich fand ich ihn einfach cool", sagt der 31-jährige Bochumer und Dubronski-Erfinder. Überhaupt ist Dubronski, Spezial-Agent "der weltweit operierenden Agency"ein eiskalter Typ. Knackige, wenn auch etwas sinnfreie Sprüche sind sein Markenzeichen. Seine Fälle löst die Hörspiel-Figur mehr mit Glück als mit Verstand.
Nick Dubronski ist ein Typ mit Kult-Potenzial. In Kreisen von Hörspiel-Fans hat er sich bereits einen Namen gemacht. Rund 270 Mal wurden die Stücke bisher aus dem Internet heruntergeladen. Ein kleiner Fanklub hat sich auch schon gegründet, gut zu erkennen an den schwarzen oder pinken Shirts mit dem Totenkopf im Visier.
Hommage an Rekorder-Helden
Aber der Reihe nach: Sören und seine Freundin Anna (29) lieben Hörspiele. Ihre Helden der Jugend heißen Geisterjäger John Sinclair und Larry Brent. Da kam den beiden Bochumern der Widerauferstehungstrend des klassischen Hörspiels wie gerufen. "Da haben wir Bock bekommen, das auch mal auszuprobieren" sagt Sören. Das ist jetzt drei Jahre her. Inzwischen hat Sören sein Lehramtsstudium (Mathe und Physik) abgeschlossen und arbeitet in Münster, Freundin Anna studiert Geschichte und Kunstgeschichte an der Ruhr-Uni. Und aus einer "Bierlaune" wurde eine ambitionierte Hörspielreihe, eine Hommage an die Rekorder-Helden der Jugend.
Für die Produktion ihrer Hörspiele am heimischen PC bleiben lediglich die Wochenenden. Schreiben und aufnehmen gehen dabei noch relativ fix von der Hand. Das Abmischen sei da schon wesentlich nerviger. Mitunter wird aber schon beim Skript jeder Dialog unter vier Augen diskutiert. Oft eine Bestandsprobe für das junge Beziehungsglück. "Ich will immer etwas übertreiben, immer etwas 'too much'. Anna bremst da zum Glück", lacht Sören alias Manboy X, so sein Pseudonym. Dennoch: Gut Ding will Weile haben und so braucht eine Episode durchaus ein Jahr bis zur Premiere. Das war bei Folge 1 "Interstate 75 - Highway des Todes" noch anders. Ein Nachmittag und Nick Dubronskis erster Fall war sendefähig. Aus heutiger Sicht nennt Sören es "dilettantisch", nicht zu vergleichen mit den anderen Fällen "Die Schneide von Fleury" und dem neuesten Stück "Der Taxi-Ripper von New York".
Bewusst hohl
Dank der Unterstützung von Nachwuchsbands und immer besser werdenden Sprechern, die die Bochumer Produzenten aus dem eigenen Freundeskreis rekrutieren, erfreut sich Nick Dubronski wachsender Beliebtheit. Einige Campus-Radiosender und WDR5 im Kulturmagazin "Scala" haben die Fälle in ihrem Programm gespielt. Vielleicht auch, weil die Stücke mit einem Augenzwinkern die gängigen Kriminal-Hörspiele auf die Schippe nehmen. "Dubronskis Sprüche sind bewusst hohl. Jeder Fall ist immer der härteste und er hat immer einen Plan", fasst Sören die Plattitüden zusammen. "Sicherlich gibt’s auch kritische Stimmen, die das Ganze zu 'trashig' finden, aber das schmeichelt uns eher."
Null-Summen-Spiel
Dass aus dem zeitintensiven Hobby mal eine Einnahmequelle wird, glauben die Jung-Produzenten indes nicht. "Für uns ist das Spaß und finanziell ein Null-Summen-Spiel." Deshalb haben die Zwei auch Angebote von professionellen Hörspiel-Macher bis dato ausgeschlagen.
Wie wird es weitergehen mit dem coolen Spezialagenten? "Sicher ist, der Charakter Nick Dubronski wird sich nicht weiterentwickeln. So eine Figur lebt von einer gewissen Konstanz", gibt Sören Einblicke in das Leben einer Hörspielfigur. Anna und Sören schreiben jedenfalls schon am vierten Fall. Mehr wollen sie noch nicht verraten. Nur so viel: In Bochum soll die Geschichte nicht spielen. "Das wäre zu provinziell", findet Sören. Anna gibt mehr preis: "Nick wird in Südamerika sein. Und es wird auf jeden Fall eine Begegnung mit dem Übernatürlichen geben."
FOTOS: Christoph Witte
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