| Kinder kicken wie die Großen | ||||||||||||||
Bei dem 3. internationalen Pfingstturnier des Vereins "Kinder kicken für Kinder e.V." kickten die U-14 Mannschaften der großen Fußballvereine zu Gunsten krebskranker Kinder miteinander. Zwei Tage lang spielten die 16 Teams um den Sieg – aber auch um Spaß und den Austausch mit den anderen Mannschaften.
Am Pfingstwochenende trafen die Fußballjunioren im Aplerbecker Waldstadion aufeinander, um bei dem Benefizturnier ihr Können unter Beweis zu stellen und möglichst viele Spenden für die Kinderonkologie der Städtischen Kliniken zusammen zu tragen.
Und Fußballspielen konnten sie alle. Die zwölf- bis 14-jährigen Jungs zeigten eine wirklich großartige spielerische Leistung und boten einen Fußball, der viele renommierte Vereine für die Zukunft hoffen lässt. Die Nachwuchstalente der "großen" nationalen und internationalen Fußballmannschaften präsentierten ihr fußballerisches Talent ganz im Sinne der erwachsenen Profis, indem sie flankten, ihre Gegner umspielten und geschickt austricksten.
Junior-Teams der Bundesligisten
Neben den Junioren von Borussia Dortmund waren auch direkte Kontrahenten wie Schalke 04, Arminia Bielefeld oder Hertha BSC mit dabei, ebenso wie der VfL Bochum und der FC St. Pauli. Aus Schweden war extra für dieses Turnier der IF Brommapojkarna angereist, aus Dänemark der Boldklubben Frem Kopenhagen; Belgien schickte die Koninklijke Atletiek Associatie Gent ins Rennen. Zwischen diesen Mannschaften präsentierte sich auch das Team "Kinderkicker", das für den gemeinnützigen Verein selbst auf den Platz ging.
Übersicht der beteiligten Mannschaften
Gespielt wurde zunächst in vier Gruppenvorrunden, bis in den Finalspielen im K.O.-System schließlich der Sieger ermittelt wurde. Wie auch im Vorjahr gelang es dem 1. FC Köln den Sieg des Turniers davon zu tragen und den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Im Endspiel besiegten sie die Mannschaft aus Schweden (IF Brommapojkarna), die bis dahin während des gesamten Turniers ein starkes Spiel geliefert hatte und als Favorit in das Finale eingezogen war.
Elfmeter für das Guinness-Buch
Der FC Kaiserslautern belegte durch seinen Sieg gegen Saarbrücken den dritten Platz. Bemerkenswert war allerdings das Elfmeterschießen im Viertelfinale zwischen Saarbrücken und dem FC Schalke 04: Das bislang längste Elfmeterschießen in dieser Klasse brachte den Vereinen einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde. Mit 19:18 mussten sich die Königsblauen aus dem Turnier verabschieden, spannender hätten sie es jedoch kaum machen können.
Die Stimmung innerhalb der Teams und auch untereinander war während des gesamten Turniers durchweg positiv; eine Einstellung, an der sich so manche erwachsene Mannschaft ein Beispiel nehmen sollte. Anstelle von Gerangel oder Aggressionshandlungen haben die Junioren miteinander geflachst, gelacht und – soweit das mit den Teams aus Schweden, Dänemark oder Belgien sprachlich möglich war – geredet. Deswegen, so findet Rainer Nölle, Vorsitzender des Vereins "Kinder kicken für Kinder", sei ein derartiges Turnier auch eine gute Chance dafür, dass die Spieler lernen miteinander umzugehen, sich auszutauschen und Teams aus anderen Ländern kennen zu lernen.
Wenige große Turniere für die A-Klassen
In dieser Klasse haben die jungen Spieler leider nur sehr selten die Gelegenheit, bei einem Turnier in derartiger Größenordnung Erfahrungen zu sammeln. Dies kann ihnen für ihren weiteren Weg jedoch nur hilfreich sein, vor allem denjenigen von ihnen, die eine professionelle Karriere anstreben. Umso erfreulicher war daher die breite Beteiligung der Vereine sowie das gute Verhalten der Mannschaften untereinander, die mit ihrer Begeisterung und Freude am Fußball deutlich gemacht haben, wie wichtig es ihnen ist, zusammen zu spielen, sich auszutauschen und auch – gemeinsam – für etwas zu kämpfen.
Es hat sich gelohnt
Aber nicht nur für die aktiven Spieler war das Turnier ein großer Erfolg. Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, den Sponsoren und den rund 1.400 Besuchern sind an den zwei Tagen 4.777,77 Euro für die Kinderonkologie des Klinikums Dortmund GmbH zusammen gekommen.
Allerdings stieß der Verein nicht nur auf Begeisterung und Dankbarkeit. Seitens der Politik hätten die Organisatoren und Vereinsmitglieder sich nicht nur mehr Unterstützung, sondern auch mehr Verständnis für ihre Sache gewünscht. Beides blieb ihnen jedoch größtenteils versagt, und die Ernüchterung über ein derartiges Unverständnis gegenüber dem gemeinnützigen Verein bremste die Freude über dieses so gelungene Event etwas aus.
Cheerleader und Minikicker
Das Rahmenprogramm rund um das Turnier unterstützten die Cheerleader des ASC und die Tanzschule Unna mit ihren Darbietungen. Die "Minikicker" (vier bis sechs Jahre) begleiteten nicht nur die Teams auf den Platz, sondern erwiesen sich auch so als hervorragende kleine Helfer. Der ein oder andere von ihnen konnte sich darüber hinaus auch schon im Fußball üben - im Miniformat versteht sich.
Gemeinsam mit den Kickern selber rundeten sie alle das Pfingstturnier zu einer gelungenen Veranstaltung ab. Selbst das Wetter spielte mit, und nach kurzen Schauern am Samstag zeigte sich am Pfingstsonntag immer öfter die Sonne und strahlte auf den Platz und die roten, erhitzten aber glücklichen Gesichter der jungen Spieler.
FOTOS: Jan Behling & Udo Bundkirchen | ||||||||||||||
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