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Wenn die Füße schmettern

Balanceakt mit dem Federfußball

(InDOpendent) Federbälle in der Luft halten? Mit dem Schläger kein Problem - mit den Füßen schon. Erstaunliche Körperverrenkungen, übergroße Federbälle und Schmetterbälle mit der Fußsohle sind das Ergebnis einer Mischung aus Fußball, Volleyball und Badminton: dem Federfußball. In einem Kurs des Allgemeinen Hochschulsports versuchen die Teilnehmer, sich mit den wildesten Bewegungen dieser Sportart zu nähern.

 

Wie bunte Vögel fliegen die kleinen pinkfarbenen, gelben und weißen Bälle durch die Luft, um mit einem lustig klingenden „Pflopp“ auf dem Hallenboden zu landen. "Versucht den Ball, auch mal mit der Innenseite eures Fußes hochzuhalten“, ruft René Schubert durch die Halle 2. Mit einer kurzen Ausholbewegung seines rechten Fußes trifft der schmächtige, blondhaarige Kursleiter den zartrosa gefiederten Ball, der neben der Hallenuhr, es ist halb sechs, einen Moment in der Luft steht, bevor er sich auf den Rückweg macht und von René erneut Richtung Hallendecke geschossen wird.

 

 

 Kunterbunte Sache: Federfußbälle.

Badminton mit den Füßen

 

Was so leicht aussieht, ist tatsächlich gerade mal zwölf Gramm schwer: der Federfußball. Der Ball sieht aus wie eine Mischung aus Federball und Indiaka, die Sportart ist eine Kreuzung aus Fußball, Volleyball und Badminton. Mit den Füßen müssen die Federfußbälle in das Feld des Gegners geschossen werden, und auch untereinander dürfen sich die Spieler den Ball zupassen – nur die Hand muss aus dem Spiel bleiben. Und statt klobiger Turnschuhe tragen die Profis leichtes Federfußballschuhwerk: Die platten Schläppchen sehen aus wie pantoffelartige Segeltuchschuhe.

 

Bevor die Bälle damit aber mit wilden Verrenkungen über die brusthohen Badmintonnetze gedroschen werden, lässt René Schubert die Teilnehmer weiter üben, die Bälle in der Luft zu halten. "Das Problem ist, dass man anders als beim Fußball den Ball nicht nach vorne, sondern nach oben schießt“, sagt René Schubert, der auch in der Federfußball-Oberliga mitkickt. "Das sind Beinbewegungen, die man sonst so gut wie nie macht.“ Tatsächlich sieht es etwas ungelenk aus, wie die neuen Kursteilnehmer ihre Beine anwinkeln oder nach oben ziehen, um die Federfußbälle mal mit links und mal mit rechts zu treffen, sie mit dem Knie, der Brust oder dem Fuß anzunehmen, bevor sie weiterspielen und die Bälle in der Luft zu halten versuchen.

 

 

Beim Aufwärmen wird noch vorsichtig
gekickt.

Hacky-Sack für Profis

 

Das Ganze erinnert stark an das beliebte Schulhofspiel mit dem kleinen gefüllten Säckchen, nur dass statt des "Hacky-Sacks“ zu groß geratene Federbälle durch den Raum schwirren. "Ist zwar ungewohnt, aber macht Spaß“, sagt Dennis Otto zwischen zwei spektakulären Aktionen mit dem Außen- und dem Innenrist seines rechten Fußes. Er ist zum ersten Mal beim Kurs dabei, aber er hat den Dreh schon raus. Miguel Laburu tut sich da schwerer. "Man kann nicht so schießen wie beim Fußball“, stellt der junge Spanier belustigt fest, als René ihm zeigt, wie er den Ball mit dem Fuß am besten hochziehen kann. "Aber das ist Übungssache“, fügt er hinzu und rennt wie wild dem Ball hinterher, den er gerade etwas zu fest von sich weg geschossen hat.

 

Federleichte Akrobatik

 

Während die Frauen aus dem 18.30 Uhr-Fitness-Kurs sich die Wartezeit mit ein paar herumliegenden Federfußbällen vertreiben, geht es in der Mitte der Halle jetzt voll zur Sache: Die gefiederten Bälle fliegen über die gespannten Badmintonnetze hin und her. Ballakrobatik auf engstem Raum. Jeder versucht den Gegner mit gezielten Bällen in Bedrängnis und um die Punkte zu bringen - je gewitzter, desto besser. "Ouhhhh“ schallt es anerkennend durch die Halle, als Routinier Martin Altstädt das Bein hochreißt und den Ball spektakulär mit der Schuhsohle über die Netzkante schmettert. Der stämmige Profi lacht zufrieden, seit 1988 spielt er Federfußball, da sind solche Kunststücke ein "Leichtes": zwölf Gramm – ungefähr.

 

Fotos: Simon Lenartz

VON SIMON LENARTZ

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