Ein Ascheplatz inmitten einer Mischung aus Grün und Industrie. Ein kleines Vereinsheim, daneben die Umkleiden: Der SSV Hacheney ist ein typischer Ruhrgebiets-Verein. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Kreisliga B, der Abstieg in die unterste Liga droht.
Es ist das letzte Training vor dem entscheidenden Spiel. Der SSV Hacheney muss gegen die zweite Mannschaft des Kirchhörder SC gewinnen. Hacheney ist Tabellenletzter, Kirchhörde ist Tabellenvorletzter und hat sieben Punkte Vorsprung. Die Motivation der Mannschaft von Trainer Uwe Jevsek stimmt, seitdem Manni Burgsmüller den Dortmunder Klub unterstützt. "Vorher sind einige meiner Jungs auch mal zu Hause geblieben, weil es auf der Couch gemütlicher war. Das passiert jetzt nicht mehr", sagt Jevsek. Die Spieler merken, dass Manni Burgsmüller seine Manageraufgabe ernst nimmt.
Zwischen Sponsorensuche und Einzelgesprächen
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Ja wo laufen sie denn? |
Fast täglich ist der Essener ab 11 Uhr in Hacheney und kümmert sich um alles: Er besorgt neue Sponsoren, führt Einzelgespräche mit den Spielern und sorgt dafür, dass das Training abwechslungs- reicher wird. Torwartlegende Uli Stein und der ehemalige Zehnkämpfer Frank Busemann waren schon da. Heute kommt Stefan Kuntz, also ist für die ganze Mannschaft Stürmertraining angesagt. "Ich will den Jungs ein paar Dinge zeigen, die sie während der Spiele vor dem Tor automatisch abrufen müssen", sagt Kuntz, bevor er mit einigen Hütchen in der Hand auf den Platz geht. Währenddessen laufen sich die Spieler mit Uwe Jevsek warm. Das Team von Kabel 1 verfolgt das Aufwärmen mit der Kamera. Dann übernimmt Stefan Kuntz das Kommando.
Lars Kukereit kann nicht voll mittrainieren. Die Leiste zwickt. Der Manager zeigt dem Verletzten, wie er sich dehnen soll. "Mensch, hättest du das früh genug gesagt. Dann wäre ich mit dir nach Essen gefahren, und wir hätten dich vernünftig behandeln lassen", mosert Burgsmüller. Der offensive Mittelfeldspieler ist für ihn ein wichtiger Spieler. Bis Sonntag bleibt nicht mehr viel Zeit.
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Immer schön auf den Ball konzentrieren |
Die Entscheidung
Drei Tage später. Anpfiff zum wichtigsten Spiel der Saison. 250 Zuschauer sind gekommen, die meisten sind Anhänger des SSV Hacheney. Auf der Bank sitzt neben Manni Burgsmüller der legendäre Masseur des Hamburger SV, Hermann Rieger. Er kümmert sich während des Spiels um die Verletzten – auch um die des Gegners. Lars Kukereit ist wieder fit. Trainer Uwe Jevsek spielt gegen den Kirchhörder SC selbst als Libero mit. Am Anfang ist das Spiel ausgeglichen. Zum Ende der ersten Halbzeit hin wird Kirchhörde stärker, spielt aber kaum klare Torchancen heraus.
0:0 zur Halbzeit. Manni Burgsmüller findet in der Pause die richtigen Worte für seine Mannschaft. Der SSV Hacheney wird besser und spielt offensiver. Kirchhörde kann nur noch kontern. Manni Burgsmüller läuft nervös an der Außenlinie hin und her. Seine Mannschaft hat in den letzten 15 Minuten drei 100-prozentige Torchancen. Lars Kukereit verpasst das Tor kurz vor Schluss knapp. Nach 90 Minuten steht es noch immer 0:0. Ein Ergebnis, das den SSV Hacheney nicht weiterbringt. Manni Burgsmüller hat noch viel Arbeit vor sich. Und es bleiben nur ein paar Spiele und Folgen von „Unser Fußballclub – Helden der Kreisklasse“ Zeit.
Fotos: Bettina Engel, Kabel 1