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Wenn's finanziell hakt

Das Mittagessen ist gesichert

Gerade in Prüfungs- und Klausurzeiten kommen viele Studierende in einen finanziellen Engpass. Kurzfristige Hilfe bietet das Studentenwerk an. Bis zu drei Mal im gesamten Studium kann die Hilfe bei Zahlungsrückständen in Anspruch genommen werden, für bis zu zwei Semester können Freitische gewährt werden.

 

"Ein wirklicher Notfall muss aber unverschuldet und unvorhersehbar sein", erklärt Ralf Unruh vom Studentenwerk Dortmund. Wer also finanziell planlos durchs Studium schlittert, hat keine Chance auf Hilfe im Notfall. Denn bevor eine solche Hilfe gewährt werden kann, werden erst einmal die Finanzen der vergangenen drei Monate genau geprüft. Und auch wenn der Studierende, der einen Antrag auf Unterstützung gestellt hat, unverschuldet und unvorhersehbar in eine finanzielle Notsituation geraten ist, kann ihm schon eine Handyrechnung von 100 Euro einen Strich durch die Rechnung machen. Neben den wirklich armen Studierenden gibt es dann noch eine ganze Reihe sehr guter Schauspieler, wie Ralf Unruh betont: "Es hat eine ganze Zeit gebraucht, bis ich da durchgestiegen bin." Doch mittlerweile hat er schon ein sehr gutes Gespür entwickelt und entlarvt die schwarzen Schafe sofort.

 

Ralf Unruh kann nur helfen, wenn sonst das Studium finanziell abgesichert ist und beispielsweise durch Jobverlust oder in Prüfungszeiten kurzfristig das Einkommen fehlt. Viele Erstsemester muss er wieder weg schicken, denn sie kommen mit finanziellen Fragen, die das ganze Studium betreffen. Seine Schäfchen sind oftmals ältere Studierende, die kein BAFöG mehr bekommen - Selbstfinanzierer, über 30, Lebenskünstler. Die meisten sind aber ausländische Studierende: Afrikaner, Indonesier und Chinesen: "Man muss sich mit den Herkunftsländern beschäftigen." Das hat Ralf Unruh von Anfang an getan, denn nur so sind die individuell verschiedenen Lebenssituationen jedes Studierenden für ihn nachvollziehbar.

 

Helfen kann das Studentenwerk zum einen materiell: "Wenn keine andere Chance mehr besteht, an etwas Essbares zu kommen, dann geben wir Freitische aus." Ralf Unruh kann für maximal zwei Semester im gesamten Studium Freitische bewilligen. Die Marken gibt's dann gegen Vorlage des Bescheides an der Hauptkasse des Studentenwerks - 15 Marken pro Monat, mit freier Auswahl des Essens. Momentan bekommen 18 Studierende der Universität Freitische, für die Förderung von 51 könnte das Studentenwerk Mittel zur Verfügung stellen. 13 Studierende der Fachhochschule, von insgesamt 22 zu vergebenden Freitischen, wird mit kostenlosem Mensaessen geholfen.

 

Das Studentenwerk übernimmt auch bis zu drei Mal im Studium die Zahlung von offenen Rechnungen. Dazu gehören: Miete und Nebenkosten, Rückmeldegebühren oder die Krankenversicherung. Die ist besonders wichtig, denn ihr Verlust bedeutet die Zwangsexmatrikulation. Maximal 200 Euro kann Ralf Unruh pro Antrag gewähren, um Vertragskündigungen abzuwenden. Das Geld wird dann auch direkt an die Gläubiger überwiesen. In diesem Semester haben bereits 31 Antragsteller eine finanzielle Hilfe in Anspruch genommen, im vergangenen Jahr waren es 161 Studierende.

 

Auch schon durch ein Gespräch kann Ralf Unruh helfen, in dem er die Studierenden an die richtigen Ansprechpartner weiterleitet. Denn besonders die ausländischen Studierenden kennen sich nicht so gut aus, haben viele Frage und oft nicht den Mut sie zu stellen, wie Ralf Unruh schildert. Für weitere Unterstützung und Beratung stehen die Hochschulgemeinden und Vereine zur Förderung ausländischer Studierender zur Verfügung. Schön ist es für Ralf Unruh natürlich, auch die Lorbeeren seiner Arbeit zu ernten: "Die Mutter eines afrikanischen Studierenden hat sich einmal in einem netten Brief bedankt, dass ich mich so um ihren Sohn gekümmert habe. Das hat mich sehr gefreut." Schöne Momente für Ralf Unruh, die ihm in Erinnerung bleiben und unangenehme Situationen wieder wett machen. Und schließlich ist er auch froh, dass er mit seiner kleinen, aber notwendigen, Hilfe zum Erfolg des Studium beiträgt.

Fotos: Claudia Kynast

 Weiterführende Links:

 

Die Förderungen des Studentenwerks

Tipps vom Akademischen Auslandsamt

VON CLAUDIA KYNAST

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