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"Traumjob gefunden"

AHS-Chef: Fit im Sport und fit im Interview.

(InDOpendent) Seit eineinhalb Jahren ist Jan-Philipp Müller Chef des Allgemeinen Hochschulsports (AHS). Ein guter Zeitpunkt, mit dem 27-Jährigen zurückzublicken und nach vorne zu schauen. Im Interview spricht der ehemalige Sportstudent über seinen Führungsstil, die Herausforderungen des AHS und seine Liebe zur Leichtathletik.

 

Herr Müller, vor Ihrer Zeit als AHS-Chef war Klaus Düsberg über Jahrzehnte hinweg Leiter des Uni-Sports, bis er ums Leben kam. Er galt als eine echte Persönlichkeit. Wie war es im September 2004 für Sie, in diese bedeutenden Fußstapfen zu treten?

Ich habe die Fußstapfen als nicht so bedeutend empfunden, ich bin hier offen aufgenommen worden. Dazu kommt, dass die Pause lang war. Seit dem Tod von Klaus Düsberg war ein Jahr vergangen. Außerdem wurde der AHS in das ZIB integriert, wir sind also Teil des Zentrums für Studierendenservice, -Information und –Beratung. Das war eine gute Basis, auf der wir neu anpacken konnten. Das hat sehr gut funktioniert.

 

Sie haben also ihren eigenen Stil gefunden?

Natürlich, sonst wäre ich ja nicht hier. Man kann ja nicht alles machen, wie es schon mal war. Ich fühle mich wohl hier und sage immer, ich habe meinen Traumjob gefunden.

 

Was macht denn ihren persönlichen Stil aus?

Gute Frage. Unheimlich wichtig ist, dass wir alle an einem Strang ziehen. Entscheidend ist eben, dass man sich gegenseitig von den Zielen überzeugt.

 

Neues Semester, neues Sport-Programm. Was plant der AHS darüber hinaus in den nächsten Monaten?

Der AHS: Allein in diesem 
Semester laufen 142 Kurse.

Wir setzen sehr große Hoffnungen in die neue Sporthalle, die zum Wintersemester genutzt werden soll. Der andere Punkt sind unsere Veranstaltungen im Sommer. Da steht der Campuslauf im Mittelpunkt. Wir hoffen, 1000 Teilnehmer zu erreichen. Wir haben eine neue Strecke gemacht und die Chip-Zeitmessung eingeführt. Das alles bei schönem Wetter auf der Mensabrücke, hoffentlich.

 

 

Auch "Webcast" - ein Aerobic-Programm auf www.ahs.uni-dortmund.de - ist in diesem Semester Neuland.

Das "Webcast" ist ein Experiment. Ein großes Problem ist die mangelnde Bewegung am Arbeitsplatz. Der Weg zum Sportinstitut ist manchmal zu lang, deshalb bieten wir jetzt etwas an, was locker dazu animieren soll, sich zwischendurch die Bandscheiben durchzukneten.

 

Am ersten Mittwoch im Semester konnten sich Studierende ab 9 Uhr für AHS-Kurse im Internet anmelden. Wie ist die Resonanz auf diesen Service?

Eigentlich sehr gut. Vorher war eben Anstehen angesagt, teilweise ab 6 Uhr morgens. Jetzt funktioniert es reibungslos. Darauf sind wir sehr stolz. Wir sehen auch, wo noch Nachfragepotential ist. Wir können über die E-Mail-Adressen die Wartenden anschreiben und ihnen sagen, wo wieder Plätze frei sind.

 

Um 9.03 Uhr waren schon alle Aerobic-Kurse ausgebucht. Warum können nicht mehr Kurse angeboten werden?

Das liegt ganz klar an der knappen Ressource Halle. Uns wird schon sehr viel geholfen, dass in der jetzigen finanziellen Situation der Hochschulen und Länder noch eine Halle gebaut wird. Es ist ein großes Glück, Zuschüsse zu bekommen.

 

Mit welchen sonstigen Problemen schlägt sich der AHS herum?

Nicht mit Problemen, mit Herausforderungen: Dem Standort fehlt noch in punkto Qualität und Gesundheitsförderung ein Fitness-Studio. Das soll in den nächsten fünf Jahren realisiert werden.

 

Sprechen wir über die Frage der Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport: Das Projekt "Partnerhochschule des Spitzensports" versucht, die Doppelbelastung erträglich zu gestalten. Wann ist es in Dortmund soweit?

Müller hat ein Herz
für Leichtatletik.

Wir haben - das weiß nur keiner - einen Kooperationsvertrag, der in diese Richtung geht. Der Vertrag besteht zwischen Studentenwerk, Olympia-Stützpunkt und Hochschule. Wir haben hier mit Olympiateilnehmern eine Stärke im Rudern. Diese Sportler profitieren jetzt schon davon. Wir wollen aber letztendlich auch "Partnerhochschule des Spitzensports" werden. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

 

Kommen wir nun zu Ihrer Person. Sind sie selbst Sportler?

Ja, natürlich bin ich selbst Sportler. Ich habe Leichtathletik gemacht, mache jetzt keinen Leistungssport mehr, bin aber der Leichtathletik noch durch Joggen verbunden und spiele Volleyball.

 

Gibt es Sportarten, die Sie als Zuschauer begeistern?

Unheimlich viele. Ich bin jemand, den die Dynamik fasziniert. Ich schaue mir zum Beispiel auch - vielleicht oute ich mich da jetzt - Synchronspringen an.

 

Im Jahr 2006 darf eine Frage nicht fehlen: Wer wird Fußball-Weltmeister? Ich bin überzeugt davon, dass Deutschland gewinnt.

 

 

 So funktioniert der AHS

Der AHS hat in diesem Semester einen Etat von 200.000 Euro. Die Summe setzt sich aus Zuschüssen des Landes, Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und aus Studierenden-Beiträgen zusammen. Zurzeit bietet der AHS 142 Kurse in sieben Kategorien an: Ballsport, Kampfsport, Fitness-Sport, Rückschlagspiele, Outdoor-Sport, Individualsport sowie Tanzen.

Neben Jan-Philipp Müller ist Elke Sunder fest angestellt. Sie managt das AHS-Büro und pflegt die große Datenbank. Hinzu kommen fünf studentische Hilfskräfte und etliche Übungsleiter. Das AHS-Büro befindet sich seit Mai 2004 an der Emil-Figge-Straße 66. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 11 bis 15 Uhr.

 

 

FOTOS: Julia Seifert

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  Hier geht's zum AHS  


VON INTERVIEW: SARAH SALIN UND ROBIN FEHRENBACH

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