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Rekordrennen um den Campus

Sieger über 10 Kilometer: Philipp Nawrocki.

(eldoradio/donews) Es ist 18.30 Uhr: In wenigen Sekunden startet der 5-Kilometer-Lauf. Und ich bin dabei! Noch vor gut zwei Stunden regnete es wie aus Eimern - meiner Lust aufs Laufen war das nicht gerade zuträglich.

 

Ignacio war da bereits mit der Kamera aktiv und durfte sich durch den Regen kämpfen. Genauso wie die Teilnehmer des Campuswalks - allerdings nur 24 Frauen und drei Männer, die meisten jenseits der 40 Lenze. Campuswalk bedeutet: Fünf Kilometer schnell gehen, nicht laufen. 

 

Walken mit und ohne Stöcke (49s/1,36MB)

 

Trotzdem ist es offenbar anstrengend, jedenfalls sehen die meisten nach dem Campuslauf ziemlich erschöpft aus. Um 16.33 Uhr hatte der erste die zwei Runden hinter sich gebracht, um 16.47 Uhr waren alle im Ziel, wo eine brasilianische Tanzgruppe für Stimmung unter den Zuschauern sorgte.

 

Brasilianische Atmosphäre auf dem Campus (1min/1,7MB)

 

 

Die Schnellsten beim Campuswalk.

Knapp zwei Stunden später ist alles wieder trocken - nur unser Kameramann nicht. Auch für mich geht es jetzt los. Fast 200 Läufer, viele Studierende und einige Ältere, stellen sich nervös hinter der Startlinie auf. Ich mittendrin. Und auch die Zuschauer machen sich bereit: Keine Spur mehr von einer leeren Mensabrücke. Die meisten haben den Campus-Walk und die Capoeira-Vorführungen zwar verpasst, für die zweieinhalb, fünf und zehn Kilometer-Läufer gibt es nun aber extra viel Beifall.

 

 

 

2,5 Kilometerlauf mit Protesten gegen Studiengebühren (1:45min/2,92MB)

 

 

Der Startschuss für die fünf Kilometer: Zweimal leicht links, einmal rechts und zack - der erste "Hügel". 300 Meter weiter entscheide ich mich dafür, den "Hügel" lieber Berg zu nennen. Wir Läufer auf dem Bürgersteig, auf der Straße durch rot-weißes Flatterband von uns getrennt gemütliche Autofahrer. Trotz meiner Monsterform frage ich mich: Warum laufe ich hier hoch? Oben angekommen weiß ich es: Um das Runterlaufen zu genießen!

 

Vor dem Start des 2,5-Kilometer-Laufs.  

Ist man erst einmal um das Informatikgebäude am Ende der Otto-Hahn-Straße herum, geht es nur noch bergab bis zur Mensabrücke. Da dann endlich wieder Zuschauer. Die Hälfte der Strecke ist geschafft, die Lunge fragt sich, wo der so dringend benötigte Sauerstoff bleibt - und die brennenden Oberschenkel ebenso. Trotzdem wird noch einmal beschleunigt. Wer will vor seinen Kommilitonen schon schlecht aussehen?

 

Harte, zweite Runde

 

Auf der zweiten Runde wird es dann noch einmal deutlich härter. Das Feld lichtet sich, Windschatten ist immer seltener zu bekommen. Der zweite Berg ist definitiv länger als der erste. Bei der Tour de France wäre das die oberste Kategorie - mindestens! Gut, dass es nun nur noch bergab geht.

 

 

Laufen gegen Studiengebühren.  

Auf der Schlussrunde vor der Emil-Figge-Straße 50 kann ich mich sogar noch einmal zum Schlussspurt motivieren. Seite an Seite laufen mein Kontrahent Gökhan Aktos und ich über die Zeitmessmatten im Ziel. Für Platz zwei hat es für mich leider nicht mehr gereicht - der Jubel der Kommilitonen und natürlich ganz besonders der Kommilitoninnen lässt das Herz aber trotzdem schneller schlagen. Die fünf Kilometer haben sich gelohnt! Und die Apfelschorle am Getränkestand schmeckt auch deutlich besser als beim letzten Mal in der Mensa.  

 

Organisatoren zufrieden

 

Deutlich besser läuft es diesmal auch für die Organisatoren. Die neue Strecke wird bestens angenommen, die Chipzeitmessung vereinfacht die Organisation erheblich und auch die Zeiten von Siegern und Besiegten stimmen alle zufrieden.

 

Vollauf zufrieden: AHS-Chef Jan-Philipp
Müller.  

Kein Wunder, dass auch AHS-Chef Jan-Philipp Müller von einer gelungenen Veranstaltung spricht. Müller freut sich aber nicht nur über den tollen organisatorischen Ablauf, sondern ist auch froh, dass der Campuslauf völlig unverhofft vom Regen verschont bleibt. Die meisten Zuschauer dürfen ungestört jubeln und auch die Läufer bleiben - zumindest von oben - weitestgehend trocken.

 

AHS-Chef Jan-Philipp Müller plant schon für das nächste Jahr (10s/78KB)

 

Vor allem die Gäste aus Aachen und Köln nutzen das trockene Wetter zu schnellen Zeiten. Philipp Nawrocki siegt bei den Männern in starken 32:34 Minuten und führt sein Team der RWTH Aachen damit auch zum zweiten Sieg in der Mannschaftswertung des vier Läufe umfassenden Uni-Lauf-Cups. "Jetzt stehen noch die Läufe in Siegen und bei uns in Aachen an, wo ich auch starten werde", freut sich Nawrocki schon auf die nächsten schnellen Duelle.

 

Philipp Nawrocki ist froh, dass er nicht im Regen laufen musste (13s/109KB)

 

Bei den Frauen reicht es für die Uni-Dortmund sogar zum Sieg. Verena Hannak läuft in 41:16 Minuten einen klaren Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen heraus. Dabei hatte sie mit ihrem Erfolg gar nicht gerechnet: "Ich bin seit einem Jahr nicht mehr richtig gelaufen und bin deshalb völlig überrascht."

 

Hier finden Sie die Sieger des Campuslaufs

 

 

Dortmunder Frauen sind die Schnellsten.  

Und auch 5-Kilometer-Sieger Till Schäfer ist im Ziel begeistert - vor allem von der "tollen Strecke". Ähnlich erging es allen, die anspruchsvolle und zumindest auf der zweiten Hälfte der Runde abwechslungsreiche Kurse mögen.

 

Till Schäfer stellt dem Campuslauf ein gutes Zeugnis aus (13s/104KB)

 

Viele dürften sich allerdings auf der dritten oder vierten Runde auch schon über die eine oder andere Strecken-Alternative den Kopf zerbrochen haben - ohne Hügel an der Otto-Hahn-Straße. Dabei hatte der AHS den Kurs für dieses Jahr bereits geändert. Der unter Campus-Läufern berühmt-berüchtigte Anstieg jedenfalls bleibt in Zukunft, damit auch die Starter im kommenden Jahr ihre helle Freude daran haben. Bei besserem Wetter sollte dann die 800 Teilnehmer-Marke fallen.

 

Fotos: Daniel Drepper, Ignacio Sierra

Audios: Daniel Drepper

Videos: Ignacio Sierra

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VON DANIEL DREPPER UND IGNACIO SIERRA

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