| Vom Nebenplatz ins Westfalenstadion | ||||
In der vergangenen Saison schoss er für Arminia Bielefeld in der Hinserie das 1:0-Siegtor gegen Borussia Dortmund. Jetzt ist er selbst ein Borusse. Am Tag seiner Verpflichtung sagte Delron Buckley mit funkelnden Augen: "Beim BVB entsteht etwas. Und ich will dabei sein."
Neun Jahre lang spielte der südafrikanische Nationalspieler beim Ruhr-Rivalen aus Bochum. Nachdem er beim VfL Bochum in Ungnade gefallen war, erlebte der 27-Jährige in der vergangenen Saison seinen zweiten Frühling. Für die Arminia erzielte der schnelle Außenstürmer 15 Tore. Persönlicher Rekord. Die BVB-Verantwortlichen wurden natürlich auch aufmerksam. 425 000 Euro ließen sich die finanziell arg gebeutelten Borussen den Transfer kosten. Aber kann Buckley die fulminante Leistung der vergangenen Saison überhaupt wiederholen? "Das wird natürlich schwer. Die Gegner werden jetzt noch mehr auf mich achten. 15 Tore schaffe ich wahrscheinlich nicht", dämpfte Buckley bei seiner ersten Pressekonferenz die hohen Erwartungen.
Beim Trainingsauftakt von Borussia Dortmund kam er als einer der Letzten aus der Kabine. Ganz vorsichtig lief sich Delron Buckley in den hinteren Reihen der Mannschaft warm. Erst einmal die neue Situation anschauen und abwarten. Trainer Bert van Marwijk deutete dem neuen Spieler sofort seine Wichtigkeit an. Er steckte ihn bei einer kleinen Trainingsübung mit den etablierten BVB-Stars Christoph Metzelder und Christian Wörns in eine Gruppe. "Das war sehr ungewöhnlich. Ich war überrascht von Christian Wörns. Er hat mich sehr freundlich aufgenommen", war Buckley nach dem ersten Training mehr als zufrieden.
"Wenn du Tore schießt, bist du der Held"
Aber was hat es mit dem BVB und Delron Buckley auf sich? Zweimal schon versuchten die Schwarz-Gelben den gefährlichen Stürmer zu verpflichten. Buckley wollte unbedingt nach Dortmund wechseln. "Ich war zweimal schwer verletzt (dreifacher Bruch der Kniescheibe und Kreuzbandriss, Anm d. Red.) und habe meine Reha immer auf dem Nebenplatz des Westfalenstadions gemacht. Schon damals fand ich den Klub genial", träumt der Südafrikaner bereits lange vom BVB. Die Fans erwarten nur eins von dem Neuzugang: Tore, Tore, Tore. Und Buckley weiß, dass es genau darauf ankommt, denn "wenn du Tore schießt, bist du der Held, wenn du nicht triffst, bist du ein Niemand."
Zum Beginn der Vorbereitung zeigte Buckley, der in 140 Bundesliga-Spielen 25 Tore erzielt hat, seine Torgefahr. Gleich beim ersten Testspiel gegen eine Regionalauswahl aus Göttingen traf der südafrikanische Nationalspieler dreimal. Schon nach nur 13 Sekunden versenkte Buckley beim lockeren 14:1-Sieg das runde Leder im Netz. Das war ein schöner Einstieg, aber noch hat der 27-Jährige mit dem BVB nichts erreicht. Ernst wurde es zum ersten Mal am 16. Juli, als Borussia Dortmund im UI-Cup auf Sigma Olmütz traf. Ganz dick angestrichen im Terminkalender hat sich Buckley aber auch den 13. August. Dann trifft Dortmund im ewig jungen Derby auf Schalke 04. "Derbys sind etwas ganz besonderes. Da will ich unbedingt treffen", hat der Neue schon sein erstes großes Ziel vor Augen. Und so könnte er sich natürlich auch in die Herzen der BVB-Fans schießen.
Fotos: Henning Engelage | ||||
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