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"Der Adelsschlag für das Stadion"

Die alten, ausgebauten Sitze.

(do1) Der Signal Iduna Park ist bereit. Seit 1974 wurden drei große Umbaumaßnahmen am ehemaligen Westfalenstadion vorgenommen. Zuletzt mussten sich die Bauarbeiter an das "Pflichtenheft" des Weltfußball-Verbands Fifa halten. Die Zuschauerkapazität wurde zwar verringert, aber trotzdem profitiert Borussia Dortmund von den Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

 

"Das ist der Adelsschlag für unser Stadion", freute sich Dortmunds damaliger Präsident Dr. Gerd Niebaum am 3. Dezember 2003 über die Entscheidung des Organisationskomitees (OK), dass bei der Weltmeisterschaft 2006 gleich sechs Spiele in Dortmund ausgetragen werden. Die WM ist keine Premiere für das Dortmunder Stadion, denn schon 1974 fanden vier Endrundenspiele einer Fußball-Weltmeisterschaft in Dortmund statt.

 

 

Umbauten gehören
beinahe zur Stadiontradition.

Angefangen hatte alles im Jahre 1970. Für 34 Millionen Mark wurde der Bau des Westfalenstadions beschlossen. 50.000 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben, 34 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf der 50.000 Quadratmeter großen Fläche entfernt.

 

Schließlich wurde das Westfalenstadion mit einer 0:3-Niederlage gegen den Erzrivalen Schalke 04 am 2. April offiziell eingeweiht. Die Fußball-Arena bot 54.000 Fans Platz. Spieler und Verantwortliche waren begeistert.

 

Drei Umbauphasen in acht Jahren

 

Nach einigen schwierigen Jahren, ging es mit dem DFB-Pokalsieg 1989 wieder richtig bergauf mit der Borussia. Die Verantwortlichen reagierten: In acht Jahren wurde das Stadion gleich dreimal umgebaut. 1995 wurden die West-und Osttribüne um jeweils einen Oberrang erweitert. Drei Jahre später bekam auch die Nordtribüne einen Oberrang. Mittlerweile fasste das Westfalenstadion 68.600 Zuschauer. Durch die dritte Ausbaustufe, bei der die Ecken zugebaut wurden, passten ab dem 13. September 2003 gut 83.000 Fußballbegeisterte in die Dortmunder Arena. Doch schon drei Monate später kamen mit dem Spielort-Zuschlag für die WM 2006 neue Aufgaben auf die Verantwortlichen zu.

 

 

Die neue Tribüne in
schwarz-gelber Pracht.

Das Plus für Rollstuhlfahrer

 

Während sich die Kabinen in desolatem Zustand befanden, mussten auch die alten, grünen Plastik-Sitzschalen durch schwarz-gelbe Sitze ausgetauscht werden. Seit Anfang dieser Saison sind die Sitzplätze mit Rückenlehnen ausgestattet. Besonders erfreulich ist die Entwicklung für die BVB-Fans mit Gehbehinderungen. Sie sitzen mit ihren Rollstühlen nun auf einer Erhöhung. Zuvor saßen sie auf einer Höhe mit dem Spielfeld.

 

Von allen diesen Dingen profitiert Borussia Dortmund natürlich. Doch es gibt auch temporäre Maßnahmen, die getroffen werden müssen und dementsprechend keine Nachhaltigkeit besitzen. "Wir müssen zum Beispiel eine höhere Anzahl an Kameraplätzen bereitstellen. Da ist eine WM nicht mit der Bundesliga zu vergleichen", erläutert Dr. Christian Hockenjos, Geschäftsführer der OK-Außenstelle in Dortmund, die noch folgenden Aufgaben.

 

Interview zu den Umbauten (18s/479kB)

 

Baumaßnahmen sind Nullsummenspiel für die Borussia

 

Lange Zeit fragten sich Außenstehende, ob Borussia Dortmund überhaupt die finanziellen Möglichkeiten hat, um dem „Pflichtenheft“ der Fifa nachzukommen. Doch dank der Einnahmen durch den Ticketverkauf steht der Dortmunder Bundesligaverein vor einem absoluten Nullsummenspiel.

 

Eine besondere Aufgabe steht den Verantwortlichen des Stadions zwischen dem 27. Juni und dem 4. Juli bevor. In nur einer Woche muss dann die Haupttribüne umgebaut werden, damit zum WM-Halbfinale die doppelte Menge an Medienvertretern im Stadion Platz nehmen kann als zuvor. Hockenjos gibt sich gelassen: "Auch das werden wir schaffen. Bisher ist alles auf dem besten Wege."

 

FOTOS: Autor

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VON STEFAN RÜTER

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