Kreuzviertel: Dortmunds mediterrane Seite
Das Kreuzviertel gilt bei Studenten als eine der beliebtesten Wohngegenden. Das ist auch kein Wunder - hat das Viertel doch alles zu bieten, was das Studentenherz begehrt. Dort gibt es nicht nur jede Menge Cafés und Kneipen, sondern auch originelle Läden und wunderschöne Altbauwohnungen.
Bunte Obstkisten sind aufgereiht wie auf einem Basar, der Duft von Curry liegt in der Luft, und riesige Bäume säumen die Straße. Dazwischen natürlich die unverwüstlichen Trinkhallen und bunten Kioske. Wer hätte das bei der Ankunft in Dortmund vermutet? Da war der Bahnhof mausgrau, die Skyline wolkenverhangen, und auch die Uni strahlte nicht gerade Behaglichkeit aus. Wer hätte da gedacht, in Dortmund noch solch eine bunte Gegend vorzufinden? Man muss nicht unbedingt dort wohnen, um sich in dieses Viertel zu verlieben. In dieser Gegend abseits von Kaufhof, Karstadt und H&M gibt es einiges zu entdecken.
Der Bummel beginnt
Beginnen wir den Bummel durch das Kreuzviertel an der Nicolaikirche, wo praktischerweise die Straßenbahn 408 hält. Die Kreuzstraße entlang Richtung Innenstadt fällt gleich das Café Muckefuck ins Auge, ein Treffpunkt von Studierenden der nahe gelegenen Fachhochschule.
Am "Muckefuck" biegen wir links in die Arneckestraße ein. Dort befindet sich das Café Sonderbar, wo auch Frühaufsteher nicht auf ihren Kaffee verzichten müssen. Schon ab acht Uhr gibt es dort nicht nur leckeren Milchkaffee, sondern neben neben Frühstück auch kleine Gerichte und Kuchen. Wer es lieber vollwertig mag, ist im Kornhaus Naturkostladen (Neuer Graben 78) gut aufgehoben.
Naturmode und Tapas
Zwei Häuser weiter gibt es auch ein Geschäft für Naturmode und -Kosmetik (Cannawatso, Neuer Graben 74). Gleich nebenan befindet sich "travelarium", ein Reisebüro, das "das andere Reisen" verspricht. An der Ecke Liebigstraße/Neuer Graben ist das "El Mundo", Café und Bodega. Klar, dass man sich in dieser Tapas-Bar in der spanischen Tageszeitung blättern kann, nach der das Café benannt ist.
Weiter geht der Stadtbummel den Neuen Graben entlang Richtung Innenstadt. An der Ecke Redtenbacher-/Schillingstraße warten auf der Terrasse der Pizzeria "Le Alghe" die Gäste auf ihr Essen. Währenddessen wuselt ein älteres Männchen verschmitz grinsend durch die Tischreihen und gießt seine Basilikum-Pflanzen. Das Essen hier ist nicht nur äußerst schmackhaft, sondern entpricht auch im Umfang dem der Kellnerin: üppig.
Kuchen aus eigener Herstellung gibt es genau gegenüber der "Alghe" im Café "Windsor's". Allein die originellen, orientalisch anmutenden Lampen sind hier einen Besuch wert. Hausmannskost aus dem Ruhrpott, Feinkost und Lebensmittel hat "Das Lädchen" auf der anderen Straßenseite im Angebot.
Von hier aus geht es wieder zurück in Richtung Kreuzstraße. Wer jetzt genug hat, biegt einfach rechts ab und landet wieder an der Nicolaikriche. Wer den Bummel fortsetzen möchte, kann entweder die Kreuzstraße entlang bis zur Saarlandstraße gehen oder im Norden die Straßenzüge hinter der Möllerbrücke (Klinikviertel) erkunden.
Im Kreuzviertel gibt es sicherlich noch viel mehr zu entdecken, als sich hier beschreiben lässt. Doch das Schönste an der Gegend sind immer noch die Häuser selbst, die meist aus der Zeit um die Jahrhundertwende stammen. Stuckverziert reihen sie sich in Pastelltönen aneinander, ohne sich in ihrer Einzigartigkeit Konkurrenz zu machen. Besonders im Herbst ergeben sie zusammen mit den riesigen Ahornbäumen, die mindestens genauso alt sind, ein malerisches Gesamtbild, wie es sonst nirgendwo in Dortmund anzutreffen ist.
Weitere Tipps für nimmermüde Stadt-Entdecker:
- Indischer Imbiss
Currys, Döner, Falafel
Neuer Graben 16
- GrünMarkt
Persische Feinkost, Obst und Gemüse
Kreuzstraße 63
- Das Große Haus
Alternative Buchhandlung
Kreuzstraße 37
"El Tacco"
Italiensch-Mexikani-sche Spezialitäten (Imbiss)
Kreuzstraße 103
- "Die Klinge"
Messerfachgeschäft
Kreuzstraße 44
Von: Pia Nitz / mil
Fotos und Grafik: Pia Nitz