Céad Mile Fáilte!
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...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.
12.04.06 20:34 Uhr.
1916 - 2006
Padraig Pearse hatte nur ein Fahrrad, sein Bruder auch, und zusammen radelten sie am Ostermontag 1916 zum Dubliner General Post Office, um es mit Waffengewalt zu besetzen. Und die irische Geschichte von Grund auf zu ändern, bis heute. Sonntag wird dieses Ereignisses zum ersten Mal seit 1970 mit einer Militärparade und offiziellen Feierlichkeiten gedacht. Das ist hoch umstritten. Irland hat noch lange keinen Frieden mit seiner Geschichte gemacht.1916 - 2006
Es waren nur einige hundert, die an diesem Ostermontag 1916 in Dublin versuchten, mit einem Putsch die britische Regionalregierung zu stürzen und die irische Republik auszurufen. Nach sechs blutigen Tagen war der zum Scheitern verurteilte Aufstand brutal niedergeschlagen. Trotzdem, wahrscheinlich aber gerade deshalb, ist 1916 die magische Zahl in der irischen Geschichte geworden.
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| Hier wurde Padraig Pearse, einer der Anführer des Osteraufstands, erschossen. |
Die britischen Truppen exekutierten Padraig Pearse, seinen Bruder und vierzehn weitere Männer des Osteraufstandes in Kilmainham Jail. Zwei einfache Kreuze markieren heute die Stellen, an denen sie starben. James Connolly war in den Kämpfen zuvor so schwer verwundet worden, dass er aus dem Lazarett ins Gefängnis gefahren und an einen Stuhl gebunden werden musste, um exekutiert werden zu können.
Diese Tötungen änderten die öffentliche Meinung über Nacht. Aus gehassten, bespuckten aufständischen Ruhestörern wurden Helden und Märtyrer, aus englandtreuen Iren nationalistische Republikaner. Erst 1921 allerdings entstand die schon fünf Jahre vorher ausgerufene Republik Irland. Mit Beginn der blutigen Kämpfe in Nordirland 1969 setzte die irische Regierung die 1916-Feierlichkeiten aus. Das lag unter anderem daran, dass damals wie heute jede Gruppe in der irischen Politik Deutung über dieses Ereignis beansprucht - dessen Bedeutung wohl auch dadurch noch erheblich zugenommen hat. Seit 1969 war "1916" - paradoxerweise - zu sehr mit der republikanischen IRA identifiziert, um es in der Republik Irland feiern zu können. Dachten Regierungen bis vor einem Jahr.
Irlands Premier Bertie Ahern löste im Sommer 2005 erhebliche Überraschung aus, als er die Wiederaufnahme der Parade ankündigte, zum 90. Jahrestag, also 2006. Wiedererstarkender Nationalismus, ein geschickter Schachzug in Richtung republikanischer Wählerstimmen - Spekulationen gibt es viele über diesen Schritt.
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| Das General Post Office heute, 1916 war es die Zentrale des Osteraufstands. |
Sicher ist aber, dass 1916 in Irland nach wie vor provoziert und aufwühlt, wohl mehr wegen der aufgeladenen Bedeutung der letzten Jahrzehnte als wegen des Ereignisses an sich. Nicht wenige gibt es in der Stadt, die am Ostersonntag Unruhen ähnlich derer beim Love Ulster March Ende Februar befürchten. Von welcher Seite auch immer, vielleicht auch von der Seite, die sich einfach gerne mit der Polizei prügelt, wenn es eine Gelegenheit gibt.
Schon ist die O'Connell Street in Teilen gesperrt, wo Bauarbeiter in den nächsten Tagen Tribünen und Podien errichten. Ostersonntag wird zeigen, wie die Iren in Dublin zu ihrer Geschichte stehen - und wofür diese Geschichte eigentlich steht.


