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...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.
25.02.06 20:41 Uhr.
Straßenschlachten in Dublin
Straßenschlachten in Dublin

Mit Glasflaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern haben Randalierer in Dublin am Rande einer protestantischen Kundgebung die Polizei angegriffen. In den stundenlangen Auseinandersetzungen wurden acht Zivilisten und sechs Polizisten verletzt.
25. Februar, 13:30 - die Polizei sperrt Dublins Einkaufsmeile O'Connell Street komplett ab, weil immer mehr Menschen gegen die "Love Ulster"-Parade demonstrieren. Diese Parade war von Protestanten auch aus Nordirland organisiert worden, zehn Oranier-Marschbands sollten spielen. Nach Auskunft der Organisatoren sollte die Parade sowohl gegen die Regierung der Republik Irland gerichtet sein als auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der nordirischen Protestanten unterstreichen.
13:40 - 500 Meter trennt die Menge auf O'Connell Street von der Parade, die an diesem Tag fast unsichtbar bleibt. Erste Feuerwerkskörper fliegen, gegen einen unsichtbaren Feind. Und gegen einen sichtbaren. Eine Kette von 40 Polizisten mit Helmen, Plastikschilden und Knüppeln steht zehn Meter vor den aggressivsten Randalierern. Die meisten Umstehenden sehen zu, doch die Stimmung wird zunehmend gereizter. Nervöse Polizisten drohen mit Festnahmen, um Schaulustige zurückzudrängen.
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| Die Gewalt geht weiter vorne nur von einer kleinen Gruppe aus. |
13:55 - Auf O'Connell Street brennt ein Müllcontainer, die Rauchsäule ist über der ganzen Innenstadt zu sehen. Die vorderste Reihe der Randalierer wirft mindestens hundert leere Colaglasflaschen auf die Polizisten. Zerbrochene Pflastersteine liegen auf der Straße. Die Randalierer skandieren "The I-, The I-, the I-R-A" und beklatschen ein nationalistisch-republikanisches Transparent. Schaulustige stehen dicht gedrängt über hunderte Meter.
14:00 - Die Polizeikette geht kurze Schritte vorwärts und löst Wellen der Massenflucht aus, wer nicht mitgerissen werden will, muss sich an die fest verrammelten Ladenfonten pressen.
14:15 - Die Randalierer ziehen sich teilweise von O'Connell Street zurück, skandieren republikanische Slogans.
Kurze Zeit später ist es nach Angaben der lokalen Medien zu Handgemengen zwischen Polizei und Randalierern gekommen, die Nationalisten benutzten Baustellen-Material als Waffen. 42 Personen wurden festgenommen, südlich des Liffey brannten einige Autos, Schaufensterscheiben gingen zu Bruch.
Die Irish Times schrieb nur Stunden später auf ihrer Internetseite, diese Ausschreitungen seien die schlimmsten seit 30 Jahren gewesen. Tatsächlich war vor Ort zu beobachten, dass die Gewalt von höchstens hundert meist jugendlichen Randalierern ausging, die offenbar weniger politische Motive als eine Prügelei mit der Polizei im Sinn hatten.


interessant zu vergleichen, was Du vor Ort wahrnimmst und wie hier in den Medien die Situation immer schlimmer dargestellt wird. Aber wenn Peter Arnett in Dublin auftaucht, solltest Du vorsichtshalber gehen.