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Auf zur grünen Insel...

...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.



27.04.06 19:16 Uhr.
Gastbeitrag: Im Hightech-Himmel
Von Malte Borowiack

Sie sind uns technisch weit überlegen, die Iren. Generationen voraus. Das muss ich neidvoll eingestehen. Anfangs habe ich noch milde gelächelt, als ich an meinem ersten Tag in Dublin meinen Studentenausweis erhielt: eine Plastikkarte mit Foto und Magnetstreifen. So’n Schnickschnack. Überflüssig. Spielerei.
Meine Spötterei fand ein jähes Ende, als ich zum ersten Mal die Bibliothek betrat und aus dem Staunen nicht heraus kam. Drehkreuz passieren, anmelden am PC, drucken, kopieren, ausleihen – mit der Karte werden Träume wahr. Vor allem der Traum vom Drucken in der Uni. Was in Dortmund schlicht unmöglich ist, ist am Dublin Institute of Technology kein Thema. Mal eben ein Handout fertig stellen, ein Referat ausdrucken oder eine Internetrecherche auf Papier bringen – alles völlig problemlos.


 
 Einmal ziehen ... und druckbereit.

Das System ist komfortabel und raffiniert: Wie daheim die Kopierkarte lade ich meinen Studentenausweis am Automaten auf. Dann logge ich mich mit meiner Matrikelnummer an einem der zahlreichen PCs in der Bibliothek ein. Wenn der Druckauftrag abgeschickt ist, kann ich mich mittels Magnetstreifen an meinem Studentenausweis und persönlicher Kennnummer an einem Drucker anmelden. Auf einem Display erscheinen alle von mir gestarteten Druckaufträge und ich wähle die aus, die ich auf Papier haben möchte. Für zugegeben teure 6 Cent pro Ausdruck spuckt der Drucker dann meine Seiten aus.

Der Hightech-Himmel beschränkt sich nicht auf die Bibliothek. Überall im Uni-Gebäude gibt es zahlreiche Computerräume mit High-End-PCs, die allesamt mit Flachbildschirm und Breitbandinternetanschluss ausgestattet sind. So sind im Newsroom des Medieninstituts Schreibübungen und Internetrecherchen jederzeit möglich.
In Dortmund kritzelte ich beim Schreibtraining auf ein Blatt Papier, radierte, strich durch und schrieb dann anschließend mein Werk auf Folie, um es dem Kurs zu präsentieren. In Dublin hat jeder seinen Arbeitsplatz, schreibt unter echten Arbeitsbedingungen und kann seinen Artikel anschließend mittels fest installiertem Videobeamer dem Kurs zeigen.


 
 Hightech selbstverständlich: Im
 Newsroom hat jeder seinen PC.

Wer technisch zeitgemäße Studienbedingungen nur in einem Atemzug mit Studiengebühren kennt, dem sei gesagt, dass es so etwas an öffentliche Hochschulen in Irland – meine gehört dazu – nicht gibt. Die Stundenten zahlen lediglich einen Semesterbeitrag, der für ähnliche Zwecke verwendet wird wie in Deutschland: Studentenorganisationen, Freizeitangebote und für Stundenten zuständige Teile der Verwaltung. Der liegt zwar mit rund 410 Euro pro Semester deutlich über unseren Sätzen, doch auch das allgemeine Preisniveau ist in Irland höher als in Deutschland.

Malte Borowiack berichtet auch auf eldoradio* über Erasmus-Studium, Pubs und WG-Geschichten. Hier ein Hörbeispiel:

Das DIT hat nicht nur Computer zu bieten ...  auch Kaffee! (21s, 343Kb)

Fotos: Malte Borowiack



Kommentare
Geschrieben von: Stefan - (E-Mail) am 28.04.06 17:24 Uhr.
Ja, Kollege B. - da soll noch einer sagen, Irland liege am Rande Europas! Wobei ich glaube, dass die Iren uns weniger technisch voraus sind, sondern eher in Sachen Bildung. Die Technik ist mir nicht neu - die Mitarbeiterausweise in dem Klinikum, wo ich Zivi war, waren ähnlich multifunktional. Damit konnte man auch in der Kantine bezahlen und Türen öffnen. Aber an einer deutschen Uni, noch dazu im Pott - das ist zu viel erwartet!






 
   

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