Céad Mile Fáilte!
![]() Auf zur grünen Insel... |
...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.
02.04.06 18:24 Uhr.
No men allowed
Dies ist eine Insel. Eine kleine. Die katholische Kirche hat seit Jahrhunderten die Moral ihrer Bewohner geprägt. Das nur zur Vorbemerkung.No men allowed
Ich wollte also mit meiner Freundin Klamotten kaufen, habe so zwei, drei Teile in der Hand und gehe zusammen mit ihr in eine Umkleidekabine, damit ich nicht immer wie ein Clown rausrennen und mich präsentieren muss. In genau diesem Moment muss der Angestellte, der draußen Sachen zusammenräumte, seinen Chef geholt haben, der sachte aber bestimmt an der Tür klopfte und sagte, er wäre "so sorry" aber es dürfe immer nur eine Person in die Kabine. Und in seinem Gesicht stand: Männlein und Weiblein schon mal gar nicht. Und an Männlein und Männlein wollen wir gar nicht denken.
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| ... und keinen Schritt weiter! Zumindest für Männer ... |
Und das in einer Stadt mit 1,5 Millionen Menschen im Großraum. Wir reden nicht über Pusemuckel, eigentlich. Eine Stadt, in der die Mädchen abends bei Minusgraden mit weniger am Leib auf- und abwandern, als gesundheitlich vertretbar ist. Ein Land, das seit zwanzig Jahren von einem Priesterskandal nach dem anderen geschüttelt wird und in dem man gar nicht merkt, wenn Sonntag ist (heute, zum Beispiel), weil fast alle Geschäfte offen sind.
Aber die Geschichte geht ja noch weiter. Im nächsten Geschäft, namentlich Marks & Spencer auf Henry Street, lief ich mit meiner Freundin und vier Röcken in ihrer Hand auf die Umkleiden zu. Und dachte, gut, gut, bleibst du draußen, niemanden provozieren. Falsch gedacht. Zehn Meter und zwei Flurbiegungen vor der Umkleide kam uns eine ältere Angestellte im Kostüm entgegen wie ein Infanterieregiment und sagte in knarzendem, aber unmissverständlichem Tonfall: "No men allowed" - Männer unerwünscht.
Hätten wir zumindest geklärt, warum aller Wahrscheinlichkeit nach irische Frauen immer Kleidung tragen, die ihre Männer nicht mögen. Vorher gucken dürfen sie ja nicht.
