Start

Stadt

Campus

Kultur

Sport

WM 2006

Service



 Willkommen » Das donews Weblog


Céad Mile Fáilte!




Auf zur grünen Insel...

...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.



16.03.06 13:49 Uhr.
Konzentrat


Dingle ist so irisch. Wenn man es verdünnen würde, wär's immer noch stark. Diese Halbinsel im Südwesten, einer der Finger, die Irland Richtung New York ausstreckt. Grob geschätzt zeigt die Hälfte aller Postkarten in Irland Motive von Dingle. Schafe, Steinwälle, Schafe, Cottages, das Meer, das Meer, Schafe, die engen Küstenstraßen, sagte ich schon: Schafe?

Hier gibt es: die höchste Pass-Straße Irlands. Eine Stadt, die von einem Delphin lebt. Und viertausend Jahre alte Steinhütten, die immer noch wasserdicht sind. Aber der Reihe nach.

Wer von dem regionalen Zentrum Tralee aus auf die Halbinsel fährt, sollte den Connor Pass nehmen, wegen der Aussicht, und weil es die höchste Pass-Straße Irlands undsoweiter... In der Realität kann es im März passieren, dass der Connor Pass von 9 bis 16.30 Uhr (?) gesperrt ist und sich ohnehin so flauschige Wolken an den Bergen vor der Aussicht festgebissen haben, dass es die ganz normale Straße nach Dingle auch tut.


 
 Dingle hat allen Grund, dem
 Delphin dankbar zu sein.

Dingle, die Stadt, wäre heute wohl ein bedeutungsloses Fischerdorf, wäre nicht 1983 Fungie aufgetaucht. Der Delphin lebt seither - und angeblich noch immer - in der Bucht, findige Iren bieten Bootstouren zu ihrem Maskottchen an. Und verkaufen es als Schlüsselanhänger, T-Shirt und Postkarte. In dem quirligen kleinen Hafen riecht es streng nach Fisch, natürlich, nach Motoröl und den rostigen Trawlern, die rechts und links des Betonkais liegen. Noch ist Nebensaison, kaum ein Tourist verirrt sich in die Gegend. Doch gut, dass es März ist.

Denn die Küstenstraße, die von Dingle aus immer nach Westen führt, bis Europa zuende ist, sie ist leer. Und das ist gut so, denn für mehr als ein Auto gleichzeitig ist auf der Straße kein Platz. Einsam ist es hier, rau und schön.
Die Einsamkeit mag es auch gewesen sein die vor Jahrtausenden die ersten Siedler herzog, auf fruchtbares Land, weit weg von allem Weltlichen. Ihre Häuser haben auf Dingle die Zeit überdauern können, und das sagt vielleicht viel über eine Gegend. Wie Bienenkörbe stehen die Steinhütten der ersten Siedler an den Hang gelehnt, den Berg im Rücken und den Ozean im Gesicht, dessen Gischt heute genauso die Sicht vernebelt wie vor tausend Jahren. Und tausend davor.
 
 Zwischen Bergen und Ozean kann ja
 nicht viel Raum für eine Straße sein.

Stein auf Stein schichteten diese Siedler, immer im Kreis, jeder Kreis kleiner als der darunter, bis die Hütte fertig war. Kein Mörtel, kein Gerüst. Na gut, und keine Fenster. Dafür waren sie wasserdicht - und sind es heute noch, manche zumindest. Als aus den Siedlern Christen wurden, bauten sie eine Kirche im selben Stil, das Gallarus Oratorium. Und es gehört schon viel Glück dazu, an einem ansonsten sonnigen Tag im März ausgerechnet dort einen gewaltigen Schauer abzubekommen. Wie hätte man sonst behaupten können, es sei wasserdicht?

Doch hier, wo der Westwind das erste Mal wieder Land trifft, dauert der Regen nicht lange. Und wer mag und sich im Wind festhalten kann, sollte Platz nehmen auf einem kleinen Granit-Thron am Straßenrand, und über Klippen und Wellen blicken. Und danach lesen, was in den Stein graviert steht: "Some Lands touch the Heart, Dingle touches the Soul".
Kommentare
Geschrieben von: L. - (E-Mail) am 17.04.06 16:03 Uhr.
Ich liebe Dingle! Seit ich 1989 bereits das erste mal den Pfadfindern dort zelten war, ist mir dieses Fleckchen Erde nie mehr aus dem Gedächtnis gewichen. Ich war mittlerweile 5 mal in Irland und jedesmal war der Besuch in Dingle der Höhepunkt. Nicht unbedingt das Städtchen selbst, sondern die Natur, die Wiesen und Klippen in der Umgebung. Ich liebe Dingle






 
   

  Start    Stadt    Campus    Kultur    Sport    WM 2006    Service  

Copyright © 2000 - 2006 donews.de