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Céad Mile Fáilte!




Auf zur grünen Insel...

...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.



06.02.06 12:43 Uhr.
Go West
Es ist alles so wild, im wilden Westen Irlands. Vier Stunden mit dem Mietwagen von Dublin an die Westküste, in eine andere Welt. Wild ist die Natur, karg und arm, das Land hat nie etwas anderes als Landflucht gekannt. Wild sind auch die Menschen.
Wie soll man es sich sonst erklären, dass 22 Iren mit kurzen Hosen und roten Köpfen sich an einem trüben Februarmorgen am Strand der Sligo Bay treffen, um Fußball zu spielen, 4 Grad über Null. Seitenaus ist die See, und in dieser Richtung kommt vor New York nichts mehr, außer Meer.


 
 Kurze Abkühlung nach dem Spiel. Am 4.
 Februar. Bild: Kollege B.

Die ältesten Spieler, schlohweiß die Haare, hüpfen nur ein wenig im festen Sand auf der Stelle, treten ab und zu gegen den Ball und beschränken sonst aufs Anfeuern, mit heiser gebrüllten Stimmen. Und wenn dann ihre Frauen (von denen keine mitgekommen ist) später fragen: wo bist du gewesen?, werden sie wohl ein wenig mit den Schultern zucken und sagen: playin' football, with the boys.

 
 Zahlenmäßig stärkste Einwohnergruppe
 in Connemara.

Die Berge, aus denen wir hierher gekommen sind, kann man schon nicht mehr sehen. Enge, kurvige Landstraßen winden sich dort durch einen der kargsten Flecken Erde Irlands, Connemara, zwischen der quirligen Studentenstadt Galway im Süden und Sligo im Norden, wo sie am Strand Fußball spielen. Connemara ist die Wildnis, die Einsamkeit, die Leere Irlands. Connemara ist der Adrenalinschub, wenn die Scheinwerfer des Mietwagens mitten auf der Straße ein schwarzköpfiges Schaf erfassen, das gemächlich zur Seite trottet. Angesprüht ist es mit grellorangener Farbe, wohl um Besitzrechte zu klären, denn Zäune gibt es hier keine. Nur Berge, Seen, Pferde, Schafe, noch mehr Schafe, kaum ein Baum, alles ist Braun, Blau, Grün schattiert.

 
 Wild und einsam.

Wenn etwas wächst, ist es Heide, "Mickergewächse", wie Kollege B zu sagen pflegt.
Wir steigen auf einen Berg, es dämmert schon, als wir die letzten Felsstufen hinter uns haben. Wind pfeift. Bis hier oben kommt der Geruch der Torffeuer nicht, deren schmutzigweiße Qualmwolken wir hier oben über das Land ziehen sehen. Der Blick fällt auf ein Irland-Konzentrat, Buchten, Feuer, kleine Cottages, zweihundert Jahre zurück in der Zeit. Und wenn wir nicht so laut atmen müssten, wäre die Stille vollkommen. Aber sie wäre schwer auszuhalten.


Völlig fertig, aber auf dem Gipfel (23s, 670Kb)

Drei Tage hier scheinen wie eine Woche, und schließlich müssen wir doch zurück, vier Stunden mit dem Mietwagen nach Dublin, in eine andere Welt. Zwischen Flughafen und Innenstadt grüßt ein Guinness-Werbebanner: Good to be back home.

Kommentare
Geschrieben von: Jan Lehmann - (E-Mail) am 08.02.06 17:00 Uhr.
Moin Sönke,

mein Glückwunsch zum gelungenen Start der Irland-Reportage, die wir künftig gespannt verfolgen werden. Ich darf Dir die Grüße der Dir bekannten Vareler übermitteln (... denk' ich mal, mit allen habe ich nicht gesprochen
Eine Frage: Wer ist Kollege B? Hab' ich was verpasst oder sollen wir das nicht erfahren?

Es grüsst Jan


Geschrieben von: steph - (E-Mail) am 12.02.06 22:28 Uhr.
klingt, als wärst du ein ire und auf der insel zu hause, klingt, als wäre das der perfekte ort für ein erasmusjahr, um tiefe erfahrungen zu sammeln und wohltuend abstand zu genießen. die welt zu gast bei freunden :) herzliche kurzgrüße...






 
   

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