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Céad Mile Fáilte!




Auf zur grünen Insel...

...das ist irisch und heißt: tausendmal willkommen - zum donews-Blog aus Irland. Für donews berichtet aus Dublin Sönke Klug in loser Folge über Abenteuer des Erasmus-Studiums zwischen Pubs und Parks, zwischen Klippen und Küsten. Über das Irland aus der Kerrygold-Werbung, über das Friedensprozess-Irland, über das Irland, das über Nacht reich wurde. Oder es schon immer war.



22.03.06 18:59 Uhr.
Reserved for musicians
Vorsichtig packen sie die schmale Violine aus, das Akkordeon, die lange schwarze Flöte mit den silbrigen Klappen. Legen die Instrumente auf den wackligen Tisch in einer Ecke im Pub, "Reserved for musicians" steht darüber. Ein dunkelgrünes Harzstück streicht weich über den Geigenbogen.

Und sie sind nicht siebzig, tragen weder Filzkappen noch ausgebeulte Cordhosen, kein weißer Bart hängt auf ihren Brustkorb. Die vier jungen Männer, die heute abend für ein bißchen Geld und ein paar Bier im Pub "The Celt", Talbot Street, Dublin, spielen - sie würden in jede Disco passen. Aber sie spielen die Lieder, die ihre Großväter vielleicht noch vor ihren Schafherden geübt haben, uralte verschnörkelte Melodien ohne Anfang und ohne Ende, und wem nicht der Fuß zuckt, der hat kein Gehör. Nur mit Blicken verständigen sie sich, wann die schnellen Jigs und Reels zuende sind und wieder anfangen, wann die Flöte führt, wann die Violine.


 
 Neben den Gläsern klingen die Flöten
 und Geigen - jeden Abend.

Jeden Abend ist hier Musik, junge Iren spielen und ältere, und das in dutzenden Pubs in Dublin und in hunderten, in tausenden im ganzen Land. Draußen öffnet jeden Tag eine neue Finanzfirma, wächst ein neuer Stahlbetontraum in den Himmel, aber abends und im Pub klingen die Melodien wie damals. Und über Mangel an Nachwuchs kann sich die Szene nicht beklagen.

Da ist die irische Sprache vom Aussterben bedroht, da gibt es kaum noch echte Geschichtenerzähler, aber die Musik lebt weiter, und es geht ihr ganz gut, soviel kann gesagt werden. Wenigstens, wenn man sich zum Beispiel den schlaksigen 19jährigen bei einem mittäglichen Konzert der Unimusikgruppe ansieht, dem es überhaupt nicht peinlich ist, in ein Radiomikrofon zu erzählen, dass er den irischen Dudelsack schon seit zehn Jahren spielt und dass er außerdem Single ist, dankeschön. Vielleicht ist es unfair, aber welcher 19jährige Interpret uralter Volksmusik in Deutschland kann schon von sich behaupten, cool zu sein?

Ja, es geht der irischen Musik ganz gut, dieser sich rasend schnell drehenden Spirale aus Melancholie und Tanz, aus Traurigkeit und Hoffnung. Jeden Abend feiern sie diese Mischung hier in den Pubs, nicht nur für die Touristen, auch für sich selbst. Und sie haben allen Grund dazu.

Drei Videos aus irischen Pubs - leider ist es (sind eben Pubs) ziemlich dunkel. Ich würde es vorziehen, den Mangel an Licht atmosphärisch zu nennen, aber wem die Szenerie nicht genug ausgeleuchtet ist, der möchte doch einfach die Augen schließen und zuhören.

 Im "Celt" in die Ecke gequetscht... (20s, 571Kb)

 Diese hier in Doolin kann nichts aus der Ruhe bringen (25s, 714Kb)


 Im "Cobblestone", einem der berühmtesten Musik-Pubs Dublins (20s, 573Kb)



Kommentare
Geschrieben von: Swantje - (E-Mail) am 23.03.06 15:02 Uhr.
Wirklich verblüffend, wie selbstverständlich die traditionelle Musik in den Alltag von jungen Leuten integriert ist. Aber hier passt es hin - und es macht einfach Spaß zuzuhören.






 
   

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